ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:53 Uhr

Stress mit Schwerlastverkehr auf der L 54
Lärmgeplagte hoffen auf Hilfe

 Auch in Bronkow hat sich der Schwerlastverkehr nach dem Durchfahrtsverbot auf der B 196 merklich erhöht.
Auch in Bronkow hat sich der Schwerlastverkehr nach dem Durchfahrtsverbot auf der B 196 merklich erhöht. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Bronkow. Wie lässt sich die Lkw-Belastung in Bronkow und Saßleben in Grenzen halten? Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat sich dazu mit betroffenen Dorfbewohnern beraten. Von Daniel Preikschat

Bernd Winter aus Saßleben war sichtlich ein wenig enttäuscht. Man könnte doch, dachte er, auf der L 54 ausschließlich Lkw-Lieferverkehr zulassen. Für alle Lkw, die auf dieser Landstraße unterwegs sind, um auf kurzem Weg mautgebührenfrei zwischen A 13 und A 15 zu pendeln, wäre damit ein Durchfahrtverbot ausgesprochen. Die heimische Wirtschaft jedoch und deren Zulieferer dürften die Landstraße mit ihren Lkw weiterhin nutzen. Entsprechende Schilder würde es geben.

Eine schöne Idee, die er Kathrin Schneider (SPD) bei ihrem Besuch im Gemeindehaus in Bronkow am Donnerstag auch vortrug. Doch die brandenburgische Verkehrsministerin zeigte sich gut informiert. Lieferverkehr sei leider alles mit Start- oder Zielpunkt im Umkreis von 75 Kilometern. Das treffe wohl auf fast alle Schwerlaster zu, die derzeit vor allem in Saßleben und Bronkow in zunehmender Zahl für Lärm, Erschütterung und Unfallgefahr sorgen.

Verkehrsministerin Schneider setzt auf Dialog

Kathrin Schneider war mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Roick in der Region auf Wahlkampftour. Den Halt in Bronkow, sagte sie im Gemeindehaus, lege sie gern ein. Nur im Gespräch mit den Betroffenen ließen sich Lösungen für das Problem finden.

Dieses Problem hatte sich überhaupt erst ergeben durch die Sperrung der Durchfahrt für Schwerlastverkehr und Sattelschlepper auf der B 169 in Allmosen. In der Folge, das geht aus einem Monitoringbericht hervor, sind nun andere Strecken belastet. Wie eben auch die L 54. In den anliegenden Dörfern Saßleben und Bronkow nun wehren sich die Bürger gegen die Lkw-Belastung – und suchen nach Helfern in einflussreicher Position.

Lkw-Verkehr hinterlässt Schäden

In Saßleben immerhin, das bestätigte Ortsbürgermeisterin Katharina Grondke, sei nach einem Gespräch mit der Ministerin in Calau das Ortsschild versetzt worden. Lkw-Fahrer müssen früher runter auf Tempo 30. Schwerer werde es, wie von Katharina Grondke und dem Saßlebener Bernd Winter gewünscht, vor den Bahnübergang-Schranken im Ort die Fahrbahn befestigen zu lassen. Die vielen Lkw haben hier bereits tiefe Mulden hineingefahren. Es knallt und scheppert, wenn sie über diese Asphaltwellen fahren, so die Saßlebener. Sie wolle zwar gern eine Anfrage an die Bahn unterstützen, sagt hierzu Kathrin Schneider. Wahrscheinlich werde die Antwort aber lauten: Seht ihr mal lieber zu, dass ihr den Lkw-Verkehr reduziert.

In Bronkow indes wäre man froh über Tempo 30 morgens und nachmittags, wenn die Schulkinder über die Straße müssen. Die Ministerin zeigte sich diesbezüglich zuversichtlich. Man müsse dann nur auch entsprechend kontrollieren.

Umfahrung muss kommen

Einig war man sich in der Gesprächsrunde im Gemeindehaus, dass langfristig nur der Bau einer Ortsumgehung für Allmosen und Klein Oßnig hilfreich ist. Das könne ja auch nicht sein, so Bernd Winter. Die B 169 für viel Geld schwerlastverkehrtauglich auszubauen, nur damit dann Schwerlaster gar nicht auf die Straße dürfen. Dafür fahren sie nun kleinere Landstraßen zuschanden, die für die Verkehrslast nicht ausgelegt sind.

Diese Umfahrung, sagte Kathrin Schneider werde kommen. „Nur bis es soweit ist, da reden wir über mehr als zehn Jahre.“ Für die lange Zwischenzeit müsse man gemeinsam versuchen, die Lkw auf der Autobahn zu halten oder – klappt das nicht – für betroffene Anwohner die Belastung in Grenzen zu halten. Das Monitoring, auch das war Konsens, müsse fortgesetzt werden. In den Dörfern geht man von noch mehr Schwerlastern auf der L 54 aus, wenn in Vetschau der Kreisverkehr fertig ist.