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Bronkow als Ausbildungszentrum

Der Fliegerclub in Bronkow könnte sich zum Ausbildungszentrum in Südbrandenburg entwickeln. Deshalb will der Club Jugendlichen das Lebensgefühl vermitteln, das diese Sportart mit sich bringt. Regelmäßig besuchen Mädchen, Jungen und Pädagogen vom Senftenberger Gymnasium das Gelände bei Bronkow.
Der Fliegerclub in Bronkow könnte sich zum Ausbildungszentrum in Südbrandenburg entwickeln. Deshalb will der Club Jugendlichen das Lebensgefühl vermitteln, das diese Sportart mit sich bringt. Regelmäßig besuchen Mädchen, Jungen und Pädagogen vom Senftenberger Gymnasium das Gelände bei Bronkow. FOTO: Uwe Hegewald
Bronkow/Neuhausen/Senftenberg. Der Schulterschluss ist vollzogen, neue sind Ziele formuliert. Der Fliegerclub Bronkow geht nach der Fusion mit dem LSV Neuhausen der Zukunft gestärkt entgegen. Uwe Hegewald

) Der Zusammenschluss der Flugkapitäne aus Bronkow (Gemarkung Luckaitztal) und Neuhausen/Spree ist vollendet. Sehr zur Freude der Bronkower, hat sich doch die Zahl mit 80 aktiven und rund einem Dutzend fördernden Vereinsmitgliedern nahezu verdoppelt.

Der Zuwachs ist auch notwendig, steht der Fliegerclub (FC) Bronkow doch vor Herausforderungen und hoch gesteckten Zielen. Wie Vereinsvorstand Peter Biegel erklärt, wird das Gerüst der Vereinsarbeit von drei Säulen getragen. "Das Forcieren der Ausbildung von Jugendlichen, das Entwickeln der Sparte Leistungsflug sowie das Pflegen des klassischen Segelfliegens bei Einhalten aller relevanten Sicherheitskriterien", so der Clubchef. An den Projekten mit dem Friedrich-Engels-Gymnasium Senftenberg werde festgehalten, weitere Kontaktfelder mit Jugendlichen sollen erschlossen werden. "Interessierte können jederzeit zu uns hinzustoßen", beteuert Peter Biegel.

Wer durchhält, dem winkt die Flieger-Lizenz. Im vergangenen Jahr haben diese allein vier Jugendliche erworben. Gesucht werden Allrounder: Bei uns darf der Nachwuchs mit 14 Jahren ans Steuer von Flugplatz-Pkws. Sie lernen kochen, bekommen technische Zusammenhänge vermittelt, werden zu Arbeiten herangezogen und erlernen das Segelfliegen, so der BTU-Professor.

"Und sie lernen Verantwortung zu übernehmen", ergänzt Steffen Kubitz. "Im Cockpit sind sie später auf sich allein gestellt. Sie müssen konzentriert bleiben und wichtige Entscheidungen treffen", führt der fliegerische Leiter an. Das Fliegen verzeihe nun mal keine Fehler.

Bronkow steht kurz davor, sich zu dem Segelflug-Ausbildungszentrum in Südbrandenburg zu entwickeln. Eine Reihe von Baumaßnahmen soll dem Standort neues Format verleihen. Neben dem Errichten einer 750 Quadratmeter Stahlleichtbauhalle (Hangar) entsteht ein neuer Sanitärtrakt.

Mit den infrastrukturellen Vorhaben wollen die Segler dem Tagesgeschäft eine neue Qualität geben und sich gleichzeitig für ambitionierte Ziele in Stellung bringen. So ist angedacht, sich in den kommenden Jahren für die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Segelfliegen zu bewerben. Der Entschluss ist berechtigt, verfügt der FC Bronkow doch über qualifizierte Piloten. "Mit Karsten Maixner, Stefan Schumann und Mathias Habertag (alle Clubklasse) haben sich drei Leute aus unserem Verein für die Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Insgesamt sind für den Wettbewerb im rheinland-pfälzischen Mönchsheide vom 15. bis 25. August nur 40 Piloten zugelassen", erklärt Steffen Kubitz.

Und noch ein ambitioniertes Ziel haben die Bronkower auf ihrer Agenda: Im Rahmen der Leistungsflugwoche im Mai dieses Jahres treten zwei Sportfreunde zu Streckenflügen innerhalb der Lausitz an, um bei diesen die 1000-Kilometer-Marke zu knacken. Weiten, die man in der Regel nur von Flügen in Spanien, Südafrika oder Australien kennt.

"Das ist zweifellos eine Ansage. Immerhin stehen den Piloten nur rund zehn Stunden zur Verfügung, was Geschwindigkeiten von 100 bis 120 km/h voraussetzt", sagt Peter Biegel und zollt den Rekordsuchern großen Respekt. Auch wenn sie als Leistungsträger über die entsprechende Technik verfügen, so der Clubchef.