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| 17:34 Uhr

Umweltproblem
Braune Kamske fordert die LMBV

 Die Braunfärbung der Kamske aufgrund der Eisenfracht ist derzeit besonders auffällig.
Die Braunfärbung der Kamske aufgrund der Eisenfracht ist derzeit besonders auffällig. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Gemeinsam mit der Stadt Lübbenau versucht der Bergabausanierer, die Eisenfracht zu senken. Zumindest die Braunfärbung soll verschwinden. Sie ist gerade im Winter deutlich sichtbar. Von Daniel Preikschat

Mitten in der Stadt Lübbenau ist die Spree braungefärbt. Dieser Anblick hat kürzlich RUNDSCHAU-Leserin Marlies Moehwald aufgeschreckt. „Was nützt die beste Werbung für den Spreewald“, schreibt sie der Redaktion, „wenn die Umweltprobleme so offensichtlich sind.“ Weiter fragt sie sich: „Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um die Lebensgrundlagen in dieser Stadt zu schützen?“

Bei der Stadt ist das Problem bekannt, so Rathaus-Sprecherin Mandy Kunze. Mit der LMBV versuche man, die Eisenfracht in dem Nebenarm der Spree zu reduzieren. Zumindest soweit, dass die Braunfärbung verschwindet. Hilfreich dabei wäre, sich des ehemaligen Pumpwerks für das Kraftwerk Lübbenau in Boblitz bedienen zu dürfen. Der Antrag dafür wurde beim Landkreis eingereicht, so Sven Radigk von der LMBV. Im zweiten Halbjahr könnte von Boblitz aus die Wassergüte der Kamske in Lübbenau positiv beeinflusst werden.

 In den befahrbahren Fließen in und um Lübbenau hält sich die Braunfärbung noch in Grenzen.
In den befahrbahren Fließen in und um Lübbenau hält sich die Braunfärbung noch in Grenzen. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Wie Radigk weiter ausführt, wurden im Quellgebiet der Kamske Eisenfrachten von zehn Kilogramm am Tag ermittelt. Bis Lübbenau steige der Wert im Winter durch Niederschläge und Zuflüsse auf 70 Kilogramm am Tag. Hinzu kämen die Einträge aus den Entwässerungsgräben im Südpolder, sodass sogar 200 Kilogramm Eisenfracht täglich durch die Kamske in Lübbenau fließen. Das Wasser färbt sich deshalb gut sichtbar braun. Im Sommer sinkte der Eisengehalt aufgrund der geringeren Niederschläge dann wieder.

Bereits im September hat die LMBV am ehemaligen Grubenwasserabsetzbecken in Raddusch eine Neutralisationsanlage in Betrieb genommen, so Radigk. So könne bereits im Quellgebiet der Kamske der Eisengehalt reduziert werden. Weiterhin wurde das Messnetz im Flussverlauf der Kamske verdichtet, sodass nun die Haupteintragsquellen lokalisiert sind. Die Maßnahmen seien Teil eines „Barrierekonzeptes“.

Beim Aktionsbündnis Klare Spree dürfte man dieses Vorgehen begrüßen, fordert aber mehr: eine klare Spree von der Quelle bis zur Mündung und einen verbindlichen Sanierungsplan. In Anbetracht der Wirkung des Eisens im Gewässer sollte ein Grenzwert von 0,5 Milligramm pro Liter nicht überschritten werden. Ein Ziel, das in der Kamske wohl nicht erreicht werden dürfte. Die Stadt Lübbenau, so Mandy Kunze, wäre vorerst zufrieden, wenn die Eisenfracht dieses Jahr unter die „Sichtbarkeitsgrenzwert“ von zwei Milligramm pro Liter gesenkt wird.

Wie Steffen Franke von der Kahnfährgenossenschaft am Großen Spreewaldhafen ergänzt, hält sich die Braunfärbung in den befahrenen Fließen bisher noch in Grenzen. Allenfalls im Bereich des Großen Hafens selbst färbe sich das Wasser im Winter braun, aber auch nicht so deutlich sichtbar wie in der Kamske.

Möglicherweise profitieren könnten auch die Lübbenauer von einem Bewirtschaftungserlass der Landesregierung für Eisen und Sulfat. Vorgelegt werden sollte er bereits Ende 2018. Bislang sei dies jedoch immer noch nicht geschehen, wie Benjamin Raschke, umweltpolitischer Sprecher der Bündnisgrünen, am Freitag in einer Pressemitteilung kritisierte.