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| 01:29 Uhr

Brand an der Amtsmühle und Hoflieferant für Bulgarien

Der neue Lübbener Heimatkalender für das Jahr 2011 mit dem Strandcafé auf dem Titelbild, das die Künstlerin Sybille Grunert gestaltete. Foto: des1
Der neue Lübbener Heimatkalender für das Jahr 2011 mit dem Strandcafé auf dem Titelbild, das die Künstlerin Sybille Grunert gestaltete. Foto: des1 FOTO: des1
Lübben. Am 21. August 1933 ist die Große Amtsmühle in Lübben durch ein Feuer vernichtet worden. des1

23 Jahre zuvor, am 30. Mai 1910, erhielt Magnus Brunkhorst senior die Erlaubnis, für seine Kunsthandlung den Titel “Hoflieferant Seiner Majestät des Königs von Bulgarien„ führen zu dürfen. Am 1. Oktober 1824 ist die Hauptsparkasse der Niederlausitz im Ständischen Landhaus zu Lübben eröffnet worden, wobei der Standesherr von Houwald eine treibende Kraft war.

Interessante Fakten liefert der soeben erschienene Lübbener Heimatkalender für das Jahr 2011.

Das mit 104 Seiten umfangreiche Büchlein, das stärker als viele seiner Vorgänger geworden ist, enthält erfreulich Vielfältiges. Schon das originelle Kalendarium bietet mit Impressionen vom alten Spreewälder Handwerk mit Bildern von Andreas Traube Hingucker: Der Betrachter sieht den Schäfer, die Waschfrauen, den Müller, den Muldenmacher - um nur einiges zu nennen.

Der Herausgeber des Kompendiums tat gut daran, sich besonders Persönlichkeiten zu widmen, und das auch auf persönliche Weise. So erinnert die Autorin Brigitte Haß an die große deutsche Filmschauspielerin Camilla Horn, die Jahre in Lübben auf dem Weinberg ein zweites Zuhause gefunden hatte und der Spreewaldstadt etwas von ihrem Star-Glanz schenkte. Architekt im Ruhestand Eckhard Maziul erscheint als Biograf im neuen Heimatkalender gleich mit zwei Beiträgen ganz unterschiedlicher Art. So stellt er den Lebensweg des langjährigen Ortsvorstehers von Lübben-Steinkirchen und Forstmannes Günter Haase als NKWD-Häftling in Buchenwald facettenreich dar und erklärt Geschichtliches aus jener Zeit. Damit setzt Maziul seine Erzählung aus dem Lübbener Heimatkalender 2010 fort.

Er erinnert auch an Menschen, die eher unauffällig und über Jahrzehnte für Lübbener wirkten wie Emil Drangusch. Der war als “Finanzer mit Herz für die kleinen Leute„ mehr als fünf Jahrzehnte in Diensten der Lübbener Stadtverwaltung unter verschiedenen politischen Regimes.

Kreisarchivar Thomas Mietk stellt ebenfalls zwei Forschungs-Arbeiten im neuen “Lübbener Heimatkalender„ vor. So widmet er sich nach umfassenden Archiv-Recherchen den Ereignissen um den 17. Juni 1953, wie sie sich in Lübben abspielten. Außerdem gibt er Einblicke in das Schulwesen des heutigen Lübbener Ortsteiles Radensdorf, der damals noch selbstständige Gemeinde war.

“Wir hatten für diesen Heimatkalender viel aktuelles Material, so dass wir das kleine Buch auf 104 Seiten erweitern konnten„, freute sich Helmut Haß als Vorsitzender des den Kalender herausgebenden Lübbener Heimatvereins im RUNDSCHAU-Gespräch. Beliebte Kolumnen wie die Erinnerungen an “runde Jahreszahlen„ des Lübbener Heimatforschers Rolf Ebert finden sich im Kalender wie auch Mundartliches vom Spreewald-Heimatdichter Reinhold Broske.

Den “Lübbener Heimatkalender„ für 2011 gibt es in der Spreewaldinfo im Touristischen Zentrum an der Schlossinsel, im Stadt- und Regionalmuseum im Lübbener Schloss, in der Heron-Buchhandlung Judengasse, in Schreibwaren-Geschäften der Lübbener Innenstadt sowie beim Heimat-Verlag Lübben in der Friedensstraße zum Preis von fünf Euro.