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| 01:25 Uhr

Bolschwitzer lieben ihre ländliche Idylle . . .

In Sachen ländliche Idylle können die Bolschwitzer und Erlenauer punkten. Zufrieden sind viele Bewohner mit der Umsetzung der Vorhaben, die noch beim Wettbewerb vor drei Jahren aktuell waren. So ist der nicht ins Landschaftsbild passende Grubenwasserkanal zurückgebaut worden.Ehemalige und heutige Bolschwitzer treffen sich alle zwei Jahre in ihrem Heimatdorf. Treff- und Fotopunkt ist immer das legendäre Gasthaus „Zum Birnbaum“ , das im vorigen Jahr seine Türen geschlossen hat.
In Sachen ländliche Idylle können die Bolschwitzer und Erlenauer punkten. Zufrieden sind viele Bewohner mit der Umsetzung der Vorhaben, die noch beim Wettbewerb vor drei Jahren aktuell waren. So ist der nicht ins Landschaftsbild passende Grubenwasserkanal zurückgebaut worden.Ehemalige und heutige Bolschwitzer treffen sich alle zwei Jahre in ihrem Heimatdorf. Treff- und Fotopunkt ist immer das legendäre Gasthaus „Zum Birnbaum“ , das im vorigen Jahr seine Türen geschlossen hat. FOTO: Fotos: U. Hegewald
Der Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geht in die nächste Runde. Elf Orte des OSL-Kreises haben sich für den Wettbewerb angemeldet, darunter mit Bolsch witz, Groß Mehßow, Muckwar, Ogrosen und Raddusch fünf Dörfer aus dem Norden des Kreises. Von Uwe Hegewald

Bevor eine neunköpfige Bewertungskommission den Teilnehmern am 15. und 19. September Fragen stellt, hat sich die RUNDSCHAU schon einmal in den Dörfern umgeschaut. Heute: Bolschwitz.

„Alle Wege führen zum Birnbaum“, scherzen die Bolschwitzer, wenn sie von der Attraktion sprechen, die ihr Dorf berühmt gemacht hat – von einem unscheinbaren Birnbaum mit einem dahinter liegenden und ebenso unscheinbaren gleichnamigen Wirtshaus. „Bei Renovierungsarbeiten haben wir Dachbalken entdeckt, in denen Jahreszahlen eingeschnitzt sind, die auf eine Errichtung des Gebäudes um 1670 hindeuten“, erzählt Brigitte Haberland. Aus gesundheitlichen Gründen mussten die Wirtsleute den Gasstättenbetrieb im vergangenen Jahr einstellen. „Ein Käufer ist gefunden, der jedoch vorerst keine Wiedereröffnung der historischen Gaststätte plant“, so die ehemalige Wirtin.
„Für die Einwohner von Bolsch witz und Erlenau gehört ihr Birnbaum zum Dorf wie die Spree zum Spreewald“, sagt Ortsbürgermeister Jürgen Jentsch. Wenn er die Kreisbewertungskommission am Montag durch den Ort führt, wird das Gespräch unweigerlich auf das historisch-gastronomische Juwel kommen.
Hauptaugenmerk soll jedoch auf andere Bolschwitzer und Erlenauer Gegebenheiten gerichtet sein. Auf das gepflegte Dorfzentrum etwa, wo sich Richard Glaschik um den Baum- und Rasenschnitt kümmert, Laub harkt, Blumen pflegt und gießt. „Damit es in unserem Dorf schön aussieht“, antwortet der Rentner, wenn er nach dem Warum seines Engagements gefragt wird, für das er einen kleinen Obolus erhält. „Seit fünf oder sechs Jahren mache ich das, über das ganze Jahr verteilt“, so der 66-Jährige, der damit zu verstehen gibt, dass die Jury, wann immer sie wollte, zur Stippvisite hätte anreisen können.
„Uns geht es um Öffentlichkeitsarbeit, die Chance, im Gespräch zu bleiben, von Mitbewerbern zu lernen und nicht darum, einen Preis zu gewinnen“, bringt Ortsbürgermeister Jürgen Jentsch die Zielsetzung der nunmehr vierten Teilnahme am Dorfwettbewerb auf den Punkt. Und es geht ein wenig um das Ablegen von Rechenschaft, was sich denn in den zurückliegenden drei Jahren im Ort getan hat und wohin die Prämien für den Platzierten geflossen sind.
Auch in diesem Jahr wird der Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ von der Sparkasse Niederlausitz unterstützt. Mario Gräbig erinnert sich noch an die Bereisung der Jury vor drei Jahren. Der Bolschwitzer hatte kurz zuvor mit Hausmeisterdiensten den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gewagt und sein Unternehmen vorgestellt. „Ich wollte die Hände nicht in den Schoß legen. Der stetig steigende Jahresumsatz zeigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe“, resümiert der Bolsch witzer. Auf offene Ohren sei er damals bei der Jury gestoßen. Ob sich durch das Vorstellen auch (Kunden-)Türen geöffnet haben, vermag Mario Gräbig nicht zu beurteilen. Offene Türen sind indes am kommenden Samstag angesagt. Für das Bolschwitz-Treffen, das alle zwei Jahre stattfindet, stellen die Wirtsleute Haberland noch einmal ihre Räume zur Verfügung. Die früheren und heutigen Bolsch witzer sollen Gelegenheit bekommen, sich von ihrem „Birnbaum“ zu verabschieden.