"Dann können wir dort nicht arbeiten. Das bedeutet mehr Aufwand und letztlich höhere Kosten", erklärte Ramona Möbius vom Verband. Mehr als einmal hätten Mitarbeiter mit der Technik zwei Mal anrücken müssen, so unter anderem in Ragow. Manchmal können die Gräben schlicht nicht richtig durchgearbeitet werden, weil der Verband keine Baufreiheit vorfindet. Zudem seien beispielsweise an der soeben ertüchtigten verlängerten Zerkwitzer Kahnfahrt erneut Bauten bis an die Ufer gerückt worden, obwohl diese dort nichts zu suchen hätten, beklagte Ramona Möbius während der jährlichen Verbandsschau in Lübbenau. "Wir sind es leid, immer wieder vor solchen Hindernissen zu stehen, ohne uns dagegen wehren zu können." Ebenso wurden laut Verband schon Kühlschränke aus den Gewässern gezogen und auch mal eine Ladung gebrochener Ton gefunden. Oft seien es die gleichen Landwirte, die die Ernte teilweise am Feldrand lagern - und gegenüber dem Verband diverse Forderungen aufmachen. Dabei muss der Verband nach Angaben seines Geschäftsführers Rainer Schloddarick heute mehr als 100 Kilometer Fließe zusätzlich pflegen und instandhalten als noch 2005. Insgesamt 1347 Kilometer sind für das laufende Jahr als Gewässer II. Ordnung ausgewiesen, für die der Verband zuständig ist.

Das Geld dafür kommt von den Beitragszahlern: Grundstückseigentümern, also meist Landwirten, sowie den Kommunen. Erstmals seit acht Jahren rechnet der Verband in diesem Jahr mit mehr Einnahmen aus den Beiträgen bzw. Grundsteuern (die in Lübbenau steigen). Sie sollen bei etwas mehr als einer Million Euro liegen; bislang waren es 800 000 Euro.