Beschäftigte des Tief- und Wasserbau Boblitz (TWB) hatten dazu aufgerufen, um ihrem an Leukämie erkrankten Kollegen Siegfried Lehniger zu helfen. Für ihn hat sich bislang kein geeigneter Spender gefunden. TWB-Geschäftsführung, die Familie des Boblitzers und das DRK organisierten die Spendenaktion für Freitagnachmittag.

Der Anmeldeschein für die Typisierung ist schnell ausgefüllt. Der erste Schritt zum Stammzellenspender ist kurz, doch kann dieser viel bewirken. "Wenn man diese Thematik im Fernsehen sieht, dann ist es nicht wirklich greifbar. Doch auf einmal ist es so nah und macht betroffen", erzählt Steffen Teichmann. Eigentlich könne er "Nadeln gar nicht ab", sagt der 24-Jährige. Aber so könne er "Menschen, denen es wirklich schlecht geht, unterstützen und das ist es mir alle Male wert".

Mögliche Angst nehmen die DRK-Mitarbeiter. Freundlich und kompetent beantworten sie Fragen, wirken beruhigend. Wer sich nur typisieren lässt, muss nicht lange warten und hält dann stolz seinen Stammzellenspenderausweis in der Hand.

Eine von ihnen ist Petra Friedrich. "Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, Stammzellspender zu werden", sagt die 54-Jährige. "Doch bis jetzt war nicht wirklich eine Möglichkeit in dieser Region, sich typisieren zu lassen. Ich finde es wahnsinnig toll, wie viele Menschen bereit sind zu helfen."

Auch eine ganze Reihe junge Leute sind gekommen, wie Lukas Hannemann (20) und Marc Philipp Seiffert (19). Schließlich seien sie "jung und gesund. Da ist es doch selbstverständlich, sich typisieren zu lassen. Es gibt doch kein schöneres Gefühl, als einem Menschen zu helfen." Viele von jenen, die dem Aufruf in Boblitz gefolgt sind, spenden auch Blut. Die Aktion wird als Erfolg gewertet. Sie ist ein Beispiel für den Zusammenhalt der Einwohner von Lübbenau und den umliegenden Gemeinden. Jährlich wird bei mehr als 10 000 Menschen in Deutschland Blutkrebs diagnostiziert.