(peb) Noch erträgliche frühmorgendliche Temperaturen nutzt Thomas Goebel, Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH und Präsident des Südbrandenburger Bauernverbandes, um auf einem Feld nahe Suschow eine Blühfläche zu inspizieren. Medien- und Sparkassenvertreter und eine Kita-Abordnung der Vetschauer Einrichtung „Zauberland“ sind vor Ort. Die Kinder begleiteten den Prozess des Anlegens eines Grünstreifens, fertigten Fotos und übergeben sie nun an Thomas Goebel, der sie weiterleitet.

Für Gregor Beyer vom Forum Natur Brandenburg  sind die Fotos ein Beleg für die Aktivitäten der Göritzer und Gegenstand der Fördermittelbeantragung. Der Verband akquiriert und verwaltet Mittel im Umfang von 10 000 Euro. Jeder Landwirt, der sich dem Insektenschutz widmet, kann aus diesem Fördertopf Mittel bekommen. „Wir konnten daraus bereits 205 Hektar Blühflächen fördern“, ist Gregor Beyer erfreut.

Thomas Goebel ist für jede Unterstützung sehr dankbar, denn der zweite trockene Sommer bringt die Landwirte an die Grenzen des Leistbaren. „Wir müssen über neue Wege nachdenken. Einer könnte sein, zur alten Dreifelderwirtschaft zurückzukehren: zwei Jahre Ertragsanbau, ein Jahr Bodenruhe.“

Ruhe bedeutet: Die Felder werden mit insektenfreundlichen Blühpflanzen wie Sonnenblumen, Senf, Buchweizen und Phacelia bestellt, die gleichzeitig der Bodenfruchtbarkeit dienen. Eine neue Sorte ist das aus dem ostafrikanischen Raum stammende Ramtillkraut. Es unterdrückt zuverlässig Unkraut und benötigt kaum Wasser. Eine Wuchshöhe von einem Meter achtzig wird es wohl auch bei den Göritzern nicht erreichen, denn mit zwei Handbreit in der Höhe steht es fast gleichberechtigt zwischen den anderen Pflanzen.

Für Thomas Goebel ist es dennoch wichtig, wenigstens eine einigermaßen beschattete Fläche zu bekommen, um die Verdunstung geringer zu halten. „Irgendwas blüht immer – sehr zur Freude der Imker, mit denen wir den zeitlichen Anbau der Flächen abstimmen. Denn auch die Bienen brauchen ganzjährig ihre Weiden, um Honig zu produzieren.“