| 17:59 Uhr

Vereins-Entwicklungsperspektiven
Blau-Weiß Vetschau meldet Bedarf an

Sozialausschuss einmal anders: Vetschaus Abgeordnete und Bürgermeister Bengt Kanzler (Mitte) schauten sich in der Woche das Vereinsgelände von Blau-Weiß 90 Vetschau e.V. an. Vereinsvorsitzender Hagen Banusch (3.v.l.) zeigte das Außengelände mit Fußballplatz und anschließend das Vereinsgebäude.
Sozialausschuss einmal anders: Vetschaus Abgeordnete und Bürgermeister Bengt Kanzler (Mitte) schauten sich in der Woche das Vereinsgelände von Blau-Weiß 90 Vetschau e.V. an. Vereinsvorsitzender Hagen Banusch (3.v.l.) zeigte das Außengelände mit Fußballplatz und anschließend das Vereinsgebäude. FOTO: Rüdiger Hofmann
Vetschau. Investitionen in sechsstelligem Bereich sind für Sanierung von Gebäude und Gelände nötig. Von Rüdiger Hofmann

770 000 Euro – so viel würde eine allumfassende Sanierung des Standortes der Spielvereinigung Blau-Weiß 90 Vetschau
e. V. kosten. Ein Neubau des Vereinsgebäudes würde sogar mit rund
1,3 Millionen Euro zu Buche stehen. Der mit aktuell 475 Mitgliedern und 17 Abteilungen ausgestattete größte Vetschauer Verein hat in dieser Woche den Sozialausschuss der Stadt auf sein Vereinsgelände eingeladen. So konnten sich die Abgeordneten um Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) ein Bild machen von den Außenanlagen und dem Hauptgebäude und von den dringlichsten Reparaturmaßnahmen. Am Ende präsentierte Vereinsmitglied Bernd Pietsch die errechnete Summe, was bei dem einen oder anderen Abgeordneten die Mundwinkel nach unten fallen ließ.

Und dennoch klingen die seitens des Vereins aufgelisteten Sanierungsmaßnahmen plausibel. „Das Vereinsgebäude ist älter als
30 Jahre“, erläutert Bernd Pietsch. Das Dach hat Risse und müsste komplett erneuert werden. Das energetische Konzept ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. „Ein verbessertes Heizungssystem und neue Wärmedämmung würden die Betriebskosten senken“, sagt Pietsch. Über Wärmepumpen und solarthermische Einheiten werde nachgedacht.

Die mehrschichtig aufgebauten Wandelemente würden laut Verein nicht mehr die heutigen Standards erfüllen. Da es sich um ein öffentliches Gebäude handelt, sollte die barrierefreie Begehbarkeit gewährleistet sein, wozu eine Rampe und mindestens eine Behindertentoilette gebaut werden müsse. „Hinzu kommen die Sanierung der Wand- und Deckenflächen, die Erneuerung der Fliesen und Fußböden und der Austausch von Türen“, listet Pietsch weiter auf. Auch außerhalb des Gebäudes gibt es Handlungsbedarf. „Die Außenanlagen müssten eingezäunt, neue Pkw-Stellplätze errichtet und der Innenhof gestaltet werden“, so Pietsch.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Hagen Banusch, ergänzt: „Eine kostenneutrale Führung des Vereins ist kaum noch möglich.“ Seit 2006 habe man rund 60.000 Euro für Sanierungen innerhalb der Abteilung Fußball ausgegeben. Diese nutzt auch zu 90 Prozent das Vereinsgebäude. Sie ist die größte Abteilung im Verein und benötigt daher auch am meisten Geld. „Jede Abteilung innerhalb unseres Vereins ist für sich selber verantwortlich“, betont Banusch gegenüber den Abgeordneten. Neben Fußball wird unter anderem auch Judo, Badminton, Tischtennis, Gymnastik, Volleyball und Seniorensport angeboten.

„Je nach Mitgliederanzahl der Vereine werden die städtischen Gelder verteilt. Bei Vereinen bis 500 Mitgliedern können derzeit maximal 10.000 Euro an Betriebskostenzuschüssen seitens der Stadt gezahlt werden“, erklärt Nadine Wegner vom Fachbereich Ordnung und Soziales der Stadt Vetschau. „Wir haben eventuell im Oktober Klarheit, wie es mit der Spielvereinigung Blau-Weiß weitergeht“, sagt Uwe Jeschke (SPD), stellvertretender Ausschussvorsitzender. Die Vor-Ort-Begehung sollte vorrangig als Informationsaufnahme dienen – ohne konkrete Zusage, welche der Maßnahmen wirklich umgesetzt wird und in welcher Höhe sich die Stadt beteiligen kann.

Das Vereinsgebäude von Blau-Weiß. Hier ist der größte Sanierungsbedarf oder sogar ein Neubau notwendig.
Das Vereinsgebäude von Blau-Weiß. Hier ist der größte Sanierungsbedarf oder sogar ein Neubau notwendig. FOTO: Rüdiger Hofmann