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Bisherige WGV-Chefin Städter wurde abberufen

Vetschau.. Volker Jerwitz, bisher Prokurist, ist seit gestern neuer Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Vetschau (WGV). Das beschloss die Vetschauer Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend in einer nichtöffentlichen Sitzung mit zwei Stimmenthaltungen. Die bisherige WGV-Chefin Brigitte Städter sei abberufen, so Bürgermeister Axel Müller, das Vertrauensverhältnis sei nachhaltig gestört, schwerwiegende Fehler hätten das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht. Der Geschäftsführervertrag werde vorzeitig gekündigt. Von Hannelore Kuschy

„Weil ich weiß, dass ich hier Leute mit langjähriger Berufserfahrung an meiner Seite habe, die hochmotiviert sind, die vor uns stehenden Aufgaben zu bewältigen, habe ich mich entschieden, die Funktion des Geschäftsführers anzunehmen“ , sagte Volker Jerwitz nach der gestrigen Belegschaftsversammlung gegenüber der RUNDSCHAU. Im Mittelpunkt der künftigen Arbeit werde der Mieter stehen, versicherte Jerwitz. So soll der Service beibehalten und kurzfritig ausgebaut werden.
Dies habe die bisherige Geschäftsführerin Brigitte Städter vermissen lassen, deutete Vetschaus Bürgermeister Axel Müller in einem Gespräch an. Gravierende Fehler in der Arbeit hätten die Wohnbaugesellschaft in eine bedrohliche Schieflage gebracht. Noch bevor das Kartenhaus zusammenfallen konnte, sei das Fundament gesichert worden, umschrieb er die derzeitige Situation.
„Frau Städter hätte die Interessen des Gesellschafters vertreten müssen, statt dessen trat Stagnation ein, wobei ihre gute Arbeit bei der Gründung der WGV unbestritten ist. Man kann sich jedoch nicht auf dem Erreichten aus der Vergangenheit ausruhen“ , so Müller, der eine Nachlässigkeit des Aufsichtsrates nicht von der Hand wies. Problematisch stelle sich das Kreditvolumen der WGV dar, das gar um ein Vielfaches höher liege als das der Stadt Vetschau.
Der Geschäftsführervertrag mit Frau Städter, der zum Jahresende 2005 ausgelaufen wäre, werde vorzeitig gekündigt und man wolle mit ihr eine gütliche Einigung anstreben. Bis heute aber, ergänzte Müller, sei Brigitte Städter noch krank und habe keinerlei Kontakt mit ihm aufgenommen.
Dienst nach Vorschrift soll von nun an in den Räumen der WGV in der Bahnhofstraße der Vergangenheit angehören, bestätigte Volker Jerwitz. Kraft und starke Partner seien für den Stadtumbau vonnöten. „Diese haben wir zusammen mit der Genossenschaft und der Gesellschaft . Das gemeinsame Handeln ist der Schlüssel zur Lösung der anstehenden Aufgaben“ , ist sich der Bürgermeister sicher.
Auch nach dem Termin am Montag bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) stünden die Chancen auf weitere Kredite schlecht, so Müller. Die Überreste der Wohnscheibe in der Weinertstraße würden abgerissen. Das einstmals vorgesehene zweite Projekt „Wohnen im Alter“ werde es so nicht mehr geben. Dennoch wolle die WGV nicht darauf verzichten, weitere Annehmlichkeiten für ihre Mieter zu schaffen. Wie Volker Jerwitz informierte, sollen wenn möglich aus Eigenmitteln in vier der fünf Würfelhäuser Aufzüge eingebaut werden. Damit könnten auch die oberen Etagen wieder hergerichtet werden, um eine Art betreutes Wohnen zu schaffen. Das heißt: rollstuhlgerecht ausgebaut, bequem auch für ältere Bürger.
„Auch unseren Frühjahrsputz werden wir in diesem Jahr wieder machen. Mit einem Stand beteiligen wir uns natürlich auch am Frühlingfest der Stadt, bieten Wohnungen an und eine Überraschung“ , macht der neue Geschäftsführer neugierig. Fahrkarten für die Bahn verkaufe die WGV weiter zu den Öffungszeiten des Hauses.