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| 18:57 Uhr

Reichlich Diskussionsstoff
Woher soll das Löschwasser kommen?

 Zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und Vereinshaus soll in Bischdorf ein Löschwassertank vergraben werden. Der Platz kann weiterhin für Feste  – das blaue Zelt wurde zum Maibaumstellen errichtet – genutzt werden.
Zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und Vereinshaus soll in Bischdorf ein Löschwassertank vergraben werden. Der Platz kann weiterhin für Feste  – das blaue Zelt wurde zum Maibaumstellen errichtet – genutzt werden. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Bischdorf . Das Löschwasserkonzept für Bischdorf stößt auf Kritik. Hätten die Bewohner in die Planung einbezogen werden müssen? Von Liesa Hellmann

„Unser Dorfleben ist für mich das A und O“, sagt Adelheid Zimmermann. „Wenn wir unseren Dorfplatz nicht mehr nutzen können, bricht auch die Geselligkeit weg.“ Zimmermann lebt in Bischdorf. Dort soll zwischen dem Gerätehaus der Feuerwehr und dem Vereinshaus einer von zwei Löschwassertanks errichtet werden. An diesem zentralen Platz in Bischdorf finden die Dorffeste statt. Nun sorgen sich die Bewohner, ob dafür künftig der Platz fehlt. Die Lübbe­nauer Stadtsprecherin Mandy Kunze kann Entwarnung geben: Der Tank werde unter der Erde liegen, sodass Veranstaltungen weiterhin auf dem Areal stattfinden könnten.

Damit ist die Diskussion um das Löschwasserkonzept Bischdorf jedoch nicht beigelegt. Bis Anfang Mai hatten über 90 Einwohner des Dorfes ihre Unterschrift auf eine Liste gesetzt, die einen Antrag unterstützt, den die AWG-Fraktion heute in die Stadtverordnetenversammlung Lübbenau einbringen will. Mit dem Antrag soll unter anderem erreicht werden, dass das Baukonzept gestoppt und neu überdacht wird.

Zwei Löschwassertanks mit einem jeweiligen Nutzungsvolumen von 96 Kubikmetern sind in Bischdorf geplant. Ein Tank soll im Bereich der nördlichen Chausseestraße  errichtet werden, der zweite beim Gerätehaus der Feuerwehr.

„Die Bürger sind nicht ausreichend über das Löschwasserkonzept informiert und in die Planung einbezogen worden“, sagt Helmut Richter, Mitglied der AWG-Fraktion und selbst aus Bischdorf. Seine Fraktion fordert, deshalb zu prüfen, ob eine Bürgerbeteiligung für die Planung erforderlich gewesen sei. Das weist Bürgermeister Helmut Wenzel in einem Positionspapier zurück: Der Brandschutz und damit die Erstellung eines Löschwasserkonzepts sei eine „Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung“, deshalb entscheide darüber „der Hauptverwaltungsbeamte und eben nicht die Stadtverordnetenversammlung“. Diese Auffassung wird durch eine Stellungnahme der Kommunalaufsicht bestätigt. Zudem seien Ortsbeirat und freiwillige Feuerwehr in die Bestandsanalyse und Erarbeitung der Varianten einbezogen worden, so Mandy Kunze.

 Die aus Sicht der AWG mangelnde Beteiligung ist nicht der einzige Kritikpunkt. Helmut Richter: „Die Problematik Wasser besteht in Bischdorf schon länger.“  Das neue Löschwasserkonzept hätte, so Richter, mit der Sanierung der Trinkwasserleitung oder dem Verlegen einer Brauchwasserleitung vom Bischdorfer See einhergehen können.

Ein Teich in der Dorfmitte wurde bisher als Löschwasserreservoir genutzt. Ein zweiter Teich am östlichen Ortsende führt derzeit kein Wasser und ist zugewachsen. Der Ortsbeirat Bischdorf favorisiert in einem Schreiben an die Stadt, dass anstelle von Wassertanks beide Dorfteiche durch eine Brauchwasserleitung vom Bischdorfer See unterhalten und als Löschwasserreservoirs genutzt werden sollten. Hierzu teilt Pressesprecherin Mandy Kunze mit: „Der Bau einer 1200 Meter langen Druckleitung zur Förderung von Brauchwasser aus dem Bischdorfer See wurde im Variantenvergleich 2016 betrachtet. Die Investitionskosten und Kosten für die Unterhaltung stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis, um nach einem Einsatz die Löschwasserbehälter wieder aufzufüllen.“

 Zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und Vereinshaus soll in Bischdorf ein Löschwassertank vergraben werden. Der Platz kann weiterhin für Feste  – das blaue Zelt wurde zum Maibaumstellen errichtet – genutzt werden.
Zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und Vereinshaus soll in Bischdorf ein Löschwassertank vergraben werden. Der Platz kann weiterhin für Feste  – das blaue Zelt wurde zum Maibaumstellen errichtet – genutzt werden. FOTO: LR / Liesa Hellmann