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| 01:33 Uhr

Biogarten mausert sich zur Bildungsstätte

Nicht nur Schneeglöckchen, Winterlinge und Haselnusssträucher künden im Prieroser Biogarten vom Frühling. „Die Singvögel suchen schon ihre Nester“, beschreibt der Leiter des Biogartens Udo Winkler den vorzeitigen Frühlingsbeginn in diesem Jahr. Die Einrichtung der Garten- und Umweltbildung wird zwar auch in diesem Jahr erst im April ihre Pforten öffnen. Aber ihre Akteure überlegen seit Jahren, ob aufgrund der milden Winter nicht der März als Saisonauftakt im Garten günstiger wäre. Denn Laubenpieper seien meist schon bei den ersten Sonnenstrahlen auf ihrer Parzelle. U. Schmidt


Viel gibt es auch schon auf der Fläche des 1,8 Hektar großen Biogartens zu tun. So werden derzeit Bentjes-(Tot-holz)-Hecken angelegt und Beete vorbereitet. „Wir wollen in diesem Jahr auf 350 Quadratmetern eine Musterparzelle für Kleingärtner der Öffentlichkeit übergeben, auf der wir zum Beispiel die Fruchtfolge besser erläutern und Pflegetipps geben können“, erklärt Winkler ein Vorhaben. In diesem neuen Gartenbereich, wo eine Laube schon errichtet worden ist, wollen die Akteure mehr Lust auf das Gärtnern machen. Schließlich würden Kleingartenvereine zunehmend Interessenten für freie Parzellen suchen.

Probleme mit der Finanzierung
Doch wie kann der Biogarten darüber hinaus noch attraktiver gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Zukunftswerkstatt im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Ziel ist es, die Prieroser Einrichtung als erlebnispädagogisch orientierte Umweltbildungsstätte für Kinder, Jugendliche und erwachsene Garten- und Naturfreunde zu etablieren. „Durch die zahlreichen Bemühungen der Träger – tbz Königs Wusterhausen, Gemeinde, Kreisverband der Garten- und Siedlerfreunde sowie der Volkshochschule im Landkreis – wird das Projekt seit nunmehr 13 Jahren lebendig erhalten. Es gibt aber nach wie vor Finanzierungs- und Personalschwierigkeiten, die dauerhaft geklärt werden müssen“, so Ghislana Poppelbaum von der Volkshochschule.
Die Zukunftswerkstatt mit 14 Teilnehmern habe sich mit dem Weg des Biogartens zum Zentrum für Naturschutz, biologischen Gartenbau und Umweltbildung beschäftigt. Ergebnis: Die Einrichtung hat gute Voraussetzungen, eine anerkannte Umweltbildungsstätte zu werden. Dafür müsse aber das Profil weiter geschärft werden, so Poppelbaum. „Die Attraktivität steht und fällt mit qualifiziertem Personal, das auch die Bildungsinhalte zum Beispiel an Erzieher zur Naturerfahrung mit Kleinkindern vermitteln kann.“ Kontakte zur Fachhochschule Eberswalde seien geknüpft worden, um dafür Fachpersonal zu gewinnen. Auch die stärkere Einbindung des Naturparks Dahme-Heidesee in die Partnerschaft der Trägereinrichtungen könnte helfen.
Vor allem aber sollen die Besucher nicht nur hören und sehen, sondern ver stärkt selbst aktiv werden. „Mehr Praxis ohne Aktionismus“, nennt Poppelbaum die künftige Ausrichtung. Das kleine Team um Udo Winkler steht daher vor einer großen Herausforderung. Das Informationszentrum für Naturkunde, Ökologie und Umweltschutz – wie der Biogarten korrekt heißt – soll künftig zudem mehr Familien anlocken. Ein Naturspielplatz ist ebenso in der Planung wie erweiterte Möglichkeiten des Schulgartenunterrichts.

Hotelbau am Sonnabend
Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen attraktiven Veranstaltungs-
kalender: Am 1. März wird der Frühlingsanfang im Garten begangen, wobei Interessenten unter Anleitung ein Insektenhotel zimmern und Pflanzen erwerben können. Am 29. März gibt es Tipps zum „Frühjahrsputz“, bevor ab April der Garten montags bis freitags durchgängig geöffnet ist.
Ein Magnet dürfte dann wieder der Ökolehrpfad mit zehn Stationen wie Blumenwiese, Teich, Rei sig- und Steinhaufen, Heilpflanzen- und Kräuterbeeten und Mischkulturengarten sein. (usch)