Von Rüdiger Hofmann

Der für 3,2 Millionen Euro geplante Neubau am Vetschauer Schulzentrum „Dr. Albert Schweitzer“ ist am Montag zurück in das Gedächtnis gerufen worden. Eingeladen hatte der CDU-Ortsverband zu einem Gespräch über die Attraktivitätssteigerung des Bildungsstandortes Vetschau. Stadtverwaltung, Schulleiter, Lehrer, Elternsprecher und Vertreter von Schulfördervereinen waren anwesend.

Das Bauvorhaben beinhaltet unter anderem einen für Grund- und Oberschüler nutzbaren Speiseraum, Räumlichkeiten für den Musikverein, eine Aula, die sich für Kulturveranstaltungen eignet und eine Bibliothek. 2018 wurde ausgeschrieben, fünf Planungsbüros hatten sich beworben. Bauamtsleiter Sven Blümel: „Wir haben die Frist bis März 2019 verlängert. Der Sieger wird dann die Bauantragsunterlagen erarbeiten, die Verwaltung begibt sich auf die Suche nach Fördergeldern.“

Bis Ende dieses Jahres soll klar sein, wer das Projekt realisiert und wie das finale Gebäude einmal aussehen soll. Allein an Planungsleistungen rechnet Blümel mit rund 600 000 Euro.

Für Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) sind „die guten Auslastungszahlen der Vetschauer Schulen Grund genug, über eine Aufwertung des Bildungsstandortes nachzudenken.“ So waren im Herbst an der Lindengrundschule 141, im Schulzentrum 279 Schüler an der Grund- und 205 Schüler an der Oberschule gemeldet.

Doch was derzeit fehlt, ist eine fraktionsübergreifende Mehrheit für das Vorhaben im Stadtparlament. „Darüber bin ich verblüfft“, sagt Kanzler. Doch vielmehr wurmt es die CDU-Fraktion. „Wir müssen alle mehr Druck in den Stadtverordnetenversammlungen ausüben“, sagt Dietmar Schmidt. „Junge Familien ziehen weg, wenn der Schulstandort nicht aufgewertet wird.“ Auch Gunther Schmidt bläst in das gleiche Horn: „Man muss den Leuten erklären, warum hier etwas getan werden muss.“ Es dürfe auch nicht der Eindruck entstehen, dass nur dann gebaut werde, wenn es Fördergelder gäbe. Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Andreas Malik würde den Vorgang gern beschleunigen, „aber wir brauchen Unterstützung der Lehrer-, Elternschaft und der Schulleitung.“ Regelmäßige Besuche von Lehrern in den öffentlichen Ausschusssitzungen wären sinnvoll.

Dass sich die Planung verzögert, kritisiert auch Schulleiter Steffen Bretschneider. „Andere Projekte erscheinen wichtiger, das ist schade für die Schüler.“ Die baulichen Maßnahmen am Schulzentrum werden von Jahr zu Jahr notwendiger. Bretschneider erwähnt „das marode Dach“, die Elektrik, an der „seit Jahren nichts gemacht wurde“ und eine nötige „Verbesserung der IT-Technik“.

Kein Kopfzerbrechen hingegen gibt es bei der Turnhallensanierung im Vetschauer Ortsteil Missen. „Der Fördermittelbescheid ist nur noch eine Formalie“, so Sven Blümel. Im Frühjahr werde das Objekt ausgeschrieben, ab Mai könne die Sanierung für rund 1,5 Millionen Euro erfolgen. Im Gespräch ist noch eine Solaranlage auf dem Dach. „2020 sollen die Arbeiten beendet sein“, sagt Blümel.