Gäbe es einen Wettbewerb um die flächengrößte Open-Air-Ausstellung, hätte die EnviaM gute Chancen, weit vorn zu landen. Grund sind die zahlreichen Trafohäuschen oder -stationen, die im Auftrag des Unternehmens in wahre Kunstwerke verwandelt werden.

Vom 3. bis 5. August findet die länderübergreifende Kampagne in Calau ihre Fortsetzung. Unter Anleitung professioneller Künstler werden Kinder und Jugendliche der beiden Calauer Schulen sowie Gymnasiasten in die Welt des Graffitis entführt und der optimale wie legale Umgang mit Sprühdosen vermittelt. "Uns geht es darum, Kunst mit Prävention zu verbinden und Aufklärungsarbeit zu leisten", sagt Klaus Winzer. Der Fokus liege nicht im Aussprechen von Verboten, sondern im Aufzeigen von dem, was machbar und gestattet ist, so der Geschäftsführer der Freien Jugendhilfe Niederlausitz e. V. Im Vorfeld wolle der Verein mit den teilnehmenden Jugendlichen Meinungen und Ideen bündeln. "Damit auch was Sehenswertes entsteht und die Teilnehmer stolz sein können, an diesem Projekt mitgewirkt zu haben", begründet Klaus Winzer.

Susann Seifert und Ralf Hecht sind die beiden Künstler, die die Projekttage begleiten werden. Eine erste Visitenkarte hat das Paar vom Verein "Erlebe, was geht", mit Sitz im thüringischen Altenburg kürzlich am Gräbendorfer Strand abgegeben. In Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Altdöbern unter Trägerschaft des Vereins "Interforum Cottbus" wurde die Fassade eines Sanitärhäuschens optisch aufgewertet. Auch das geschah mit Unterstützung durch die EnviaM, die für solche Vorhaben regelmäßig ihre Sponsoring-Fibel aufklappt. Unter dem Leitgedanken "Jugend-Bildung-Zukunft" engagiert sich die EnviaM-Gruppe bereits seit vielen Jahren in der Region für ein breites Spektrum an gesellschaftlichen Projekten, die Perspektiven schaffen.

Kommunalbetreuerin Simone Erb bestreitet nicht, dass Trafohäuschen das Stadtbild beeinträchtigen. "Wenn sich Künstler diesen widmen, haben alle etwas davon", sagt sie und verweist auf das Angebot für Kommunen, Anträge für die Gestaltung von Transformatorenhäuschen zu stellen. "Das geht ganz unkompliziert.

Die Stadt Calau hatte im April den Antrag gestellt und bereits im Mai eine Zusage auf Unterstützung erhalten", bestätigt Birgit Schenker vom Calauer Bauamt. Welches Trafohäuschen in der ersten Augustwoche gestaltet, kann sie noch nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen. "Es wird sich aber um ein Objekt im Stadteingangsbereich handeln", sagt sie.