ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Bequem leben in Calaus Altstadtviertel

Blick in den Hof von Taubners Gässchen 7 bis 9. Dieser Hof soll modelliert und für Jung und Alt gestaltet werden. Rollstuhlfahrer werden über eine Rampe ins Erdgeschoss gelangen.
Blick in den Hof von Taubners Gässchen 7 bis 9. Dieser Hof soll modelliert und für Jung und Alt gestaltet werden. Rollstuhlfahrer werden über eine Rampe ins Erdgeschoss gelangen. FOTO: H. Kuschy
Calau. "Meine Beine wollen nicht mehr so richtig die Treppen hinauf", klagt Klaus Bärbock aus Calau. An Menschen wie ihn und seine Frau Marianne haben die Wohn- und Baugesellschaft (WBC) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit ihrem Wohnprojekt "Life" gedacht. Für 500 000 Euro soll Leben mit viel Service im Schusterjungenviertel möglich werden. Hannelore Kuschy

Für sie beide ist das Haus mit seinen 1000 Quadratmetern drumherum nicht mehr zu schaffen. Marianne und Klaus Bärbock tragen sich deshalb mit dem Gedanken, in eine kleine Mietwohnung zu ziehen, barrierefrei. "Denn meine Beine wollen nicht mehr so richtig die Treppen hinauf", begründet der Calauer die für beide schwere Entscheidung.

Die Calauer Wohn- und Baugesellschaft hat seit vielen Jahren ein gutes Händchen für solche Dinge: Bis heute baute sie weit mehr als 100 Wohnungen barrierefrei aus. Zehn Prozent des Gesamtwohnungsbestandes seien barrierearm, sagt Geschäftsführerin Marion Goyn. Zudem habe die WBC die erste Tagespflege in Calau errichtet, das Haus Charlotte ausgebaut und mit Fahrstuhl ausgestattet. Zwei Seniorenberater habe das Wohnungsunternehmen gefördert bekommen und biete seit 1999 Service-Leistungen nicht nur für die eigenen Mieter an. "Wir wollen, dass Jung und Alt im Schusterjungenviertel gemeinsam gut leben können", so ihr Anspruch.

Irgendwann aber stößt auch eine Großvermieterin an ihre Grenzen. Die WBC verbündete sich deshalb mit der AWO. "Damit dort, wo gelebt, geliebt und gelacht wird, auch gepflegt werden kann", fasst AWO-Geschäftsführer Wolfgang Luplow zusammen. Der Anfang wird Marion Goyn zufolge mit dem Wohntyp "Life" (Leben) in Taubners Gässchen 7 bis 9 gemacht. "Sechs Zwei-Raum-Wohnungen bauen wir dort behindertengerecht beziehungsweise barrierearm um", erzählt sie. Das moderne Bad werde mit ebenerdiger Dusche hergerichtet, für Rollatoren gäbe es einen Abstellraum. Rollstuhlfahrer würden von der Hofseite aus über eine Rampe ins Haus gelangen. Grundrisse der jetzigen Wohnungen würden verändert und die Balkone vergrößert. "Den Innenhof wollen wir zum Begegnungsort für Alt und Jung machen, werden ihn anheben und modellieren", kündigt die WBC-Chefin an. Im Gassenhof, eingefasst von pflegeleichten Hecken, werde ein Lachplatz mit Kinder-Kunstprojekten angelegt, der genau an den Witzerundweg grenze. Zwei Wäscheplätze und ein Abstellhäuschen für Fahrräder kämen dazu. Eine halbe Million Euro werde dafür ausgegeben. Die erste Wohnung soll zum Stadtfest präsentiert werden.

"So eine Wohnung dort wäre ideal für uns", sagt Klaus Bärbock, zumal die Kinder gleich in der Nähe wohnen. "Und unseren Mischlingshund könnten wir auch mitnehmen" - ein durchaus wichtiges Detail für das Calauer Ehepaar.

Das Leben im Schusterjungenviertel, also innerhalb des kleinen Altstadtrings, ist ohnehin reichhaltiger als viele annehmen. Mehr als 50 Händler, Gewerbetreibende, Behörden, Dienstleister, Kulturstätten, Kirchen sind über kurze Strecken erreichbar.

Die AWO wird für jeden Life-Mieter den Service übernehmen - eine solche Vereinbarung gehöre gleich zum Mietvertrag, sagt Pflegeberaterin Andrea Richter. Durch die neue Pflegegesetzgebung können zahlreiche Angebote durch die Pflegekasse finanziert werden - wie sicher anfangs kleinere Dinge im Haushalt, die, wenn sie unerledigt bleiben, schnell zum Problem werden können, sagt Wolfgang Luplow.

Eine Wand erinnert an Taubners Gässchen zu alten Zeiten.
Eine Wand erinnert an Taubners Gässchen zu alten Zeiten. FOTO: WBC