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| 02:32 Uhr

Beim Swingladen hat wieder alles gestimmt

Renate Eck aus Forst schreibt zum 23. Swingladen-Geburtstag in Rocco's Linari Bar: Jazz-Rennerts 23.

Swingladengeburtstag - da stimmte wieder alles. "Oh", hörte ich eine Frau sagen, "Jazz im eleganten Sessel!?" Ihr Gegenüber: "Ja, das hier ist ein Schloss!"

Ich frage mich, wie viel Kraft ein einzelner Mensch, nämlich der "Macher" Volker Rennert, gebraucht hat, um das "Ding" am Laufen zu halten. Da ist es jetzt für ihn einfacher. Die "Schlossgeister" und die Stadtverwaltung ziehen mit - ein Superteam, finde ich. Damals war es etwas Neues, eine kleine Swingladenreihe. Nach 23 Jahren ist es eine fest etablierte, nicht mehr wegzudenkende und niveauvolle Veranstaltung. Das richtige Händchen und das Gespür für guten Jazz - jeder, der den Swingladen besucht, weiß, dass etwas Besonderes zu erwarten ist. Und das war es auch wieder. Ich habe Reiner Hess schon mehrfach mit seinen Brüdern erlebt und jetzt in völlig neuer internationaler Band - Spitzenklasse. Noch bevor er sagte, dass Charlie Parker sein großes Vorbild ist, flüsterte ich meinem Nachbarn zu: "Wenn ich den spielen höre, denke ich immer an Charlie Parker".

Rüdiger Krause als "Vorband" dagegen völlig andersartig, nicht vergleichbar mit anderen Gitarristen, teilweise Untermalung mit elektronischen Klängen.

Gänsehaut pur, als er sagte, dass sein nächster Titel in der heutigen Zeit besonders aktuell und wichtig ist und dann im Hintergrund zu seinem Spiel einer der bedeutendsten Songs von John Lennon "Gib dem Frieden eine Chance" lief.

Alle Zuschauer genossen diesen 23. Geburtstag und sparten nicht mit Zwischenbeifällen. Reiner Hess war sichtlich vom Publikum begeistert und freute sich über den reichlichen Applaus.

Ohne Pause ging die Musik ab. Aber dann nach einer Super-Session der Hess-Band mit Rüdiger Krause (kaum zu glauben, dass die Fünf immer zusammen spielen) förmliche Verabschiedung - und tschüss. Das ging ja gar nicht. Das Publikum rief sie direkt zurück - die erhoffte und eingeforderte Zugabe kam.

Trotzdem dachte ich: Warum hört das schon auf? So spät ist es doch noch nicht. Ich habe noch nie einen Abend hier bereut. Wenn man Jazz-Liebhaber ist und das für so einen Preis vor der Haustür hat, egal wie müde: Man muss hin! Und jetzt nur noch ein einziges Mal im Winter, am 23. Februar. Und dann wieder so lange warten . . .