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Beim Festumzug sind es 40 Bilder

Franziska Riemann zieht die organisatorischen Fäden für das Fest.
Franziska Riemann zieht die organisatorischen Fäden für das Fest. FOTO: U. Hegewald
Raddusch. Die Regionale Entwicklungsgesellschaft mbH um ihre Geschäftsführerin Franziska Riemann saß bei den Vorbereitungen zum 14. Brandenburger Dorf- und Erntefest von Beginn an mit im Kahn. Uwe Hegewald

Mehr noch: Bei ihr laufen die Fäden für das größte Fest in der Geschichte des Spreewald-Dörfchens Raddusch zusammen. Die RUNDSCHAU sprach mit Franziska Riemann über erste Schritte, das Bündeln von Ideen, Schaffen von Fakten sowie über Wünsche.

Frau Riemann, was die Festvorbereitungen für das Brandenburger Dorf- und Erntefest anbetrifft, sind Sie auf die Zielgerade eingebogen. Mit wie viel Zuversicht blicken sie auf das Großereignis am zweiten September-Wochenende?
Riemann Wir dürfen alle zuversichtlich sein. Ich glaube, uns ist eine gute Ausrichtung gelungen. Entscheidend waren die frühzeitige Bildung von Arbeitsgruppen (AG) sowie die Zusage von Institutionen, Verwaltungen, Politik, Wirtschaft, Vereinen und vielen Radduschern, in den AGs aktiv mitzuwirken.

Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen, immerhin stand die erste Bewerbung zur Ausrichtung des Landeserntefestes unter keinem guten Stern?
Riemann Nach der Absage, das 13. Brandenburger Dorf- und Erntefest ausrichten zu dürfen, wurde über eine erneute Kandidatur nachgedacht. Nach großem Votum und Zustimmung im Ort wurde die Bewerbung neu formuliert, in Teilen optimiert, erneut abgeschickt und nach Erhalt der Zusage fleißig geplant. In den einzelnen AGs wurden schließlich Ideen gebündelt, und bei regelmäßigen Zusammenkünften am Gesamtkonzept gefeilt. Die zentrale Lenkungsgruppe kam wöchentlich zusammen, wobei bei der REG die Fäden zusammenliefen.

Konnten Sie auch auf externe Hilfe zurückgreifen?
Riemann Selbstverständlich und dafür sind wir auch sehr dankbar. Mit Holger Wieloch von Druck & Verlag Lübben haben wir einen Marketing-Experten an unserer Seite, der bereits mehrere Landeserntefeste mitgestaltet hat. Er verfügt über Kontakte und Erfahrungen, auf die wir gerne zurückgreifen. Allein für den Handwerker & Bauernmarkt ist es ihm gelungen, über 120 Stände zu akquirieren. Bei Telefonaten mit Ausrichtern früherer Feste bin ich immer auf offene Ohren gestoßen. So mancher nützlicher Hinweis und guter Tipp wird in unser Fest einfließen.

Gab es eigentlich auch dicke Bretter zu bohren oder generelle Blockaden?
Riemann Entlang der Hauptmagistrale vom Bahnhaltepunkt über den Dorfplatz entlang der Dorfstraße kommen wir nicht umhin, die Straßen von Freitagvormittag bis Sonntagabend für den Durchgangsverkehr komplett zu sperren. Das schränkt die gewohnte Mobilität von Anwohnern ein, was nicht jedem schmeckt.

Die medizinische Versorgung ist davon jedoch nicht betroffen. Wir hoffen auf das Verständnis von Betroffenen, zumal sich einige bisher noch keine Vorstellung von der Publikumsresonanz machen können. Immerhin rechnen wir am Wochenende mit bis zu 25 000 Besuchern.

… die zum Großteil mit eigenem Pkw anreisen.
Riemann Für unsere Gäste, die mit eigenem Auto anreisen, stehen jeweils zwei große Parkplätze zur Verfügung sowie ein extra ausgewiesener Parkplatz für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Die Plätze sind auf unserem Flyer gekennzeichnet, der vielerorts ausliegt oder den wir bei Bedarf auch per Post versenden. Mein Tipp für Besucher entlang der Bahnstrecke Cottbus-Berlin: Der Regionalexpress RE 2 hält Samstag und Sonntag stündlich am Haltepunkt Raddusch und somit unmittelbar am Eingangstor zum Festgelände. Von dort startet mit der Burger Rumpelguste auch ein Shuttle zur Slawenburg Raddusch. Ein weiterer Shuttle (Kremser) pendelt zwischen Dorfzentrum und Buschmühle mit Halt auf dem Bio-Bauernhof Buchan. Die frisch sanierte Buschmühle kann aber auch via Spreewaldkahn vom Radduscher Hafen angesteuert werden.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?
Riemann Auf den Festumzug am Samstag ab 11 Uhr. Unsere Besucher dürfen sich auf über 40 Bilder freuen, wobei es keine Doppelungen geben soll. Es sind sogar eigens für den Umzug Tiere trainiert worden. Erwartet werden darf eine Reise durch die Zeit, beginnend mit der Vergangenheit bis hinein in die Gegenwart: die Besiedlung durch die Slawen, Handwerk, Brauchtum, regionale Köstlichkeiten, Wissenswertes zur Jagd, Land- und Forstwirtschaft sowie Informationen darüber, was Menschen bewegt, die in Raddusch, Vetschau und in der Spreewald-Region leben.

Und wo erhalten Besucher die einzelnen Bilder erklärt?
Riemann Moderiert wird der Festumzug von drei Bühnen - auf Höhe des Hotels Radduscher Hafen, in unmittelbarer Nähe zur Haupttribüne auf dem Dorfplatz sowie von der Bühne auf der Festbühne an der Bahnhaltestelle. Der Umzug verspricht ein Highlight des 14. Brandenburger Dorf- und Erntefestes zu werden. Wenn alles komplikationslos abläuft, wovon ich fest ausgehe, wird mir ein großer Stein vom Herzen fallen.