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Grundstücke für den Eigenheimbau
Bedburger Straße bald dicht?

Die Bedburger Straße wird entweder dicht gemacht oder die Stadt Vetschau kauft die Flurstücke.
Die Bedburger Straße wird entweder dicht gemacht oder die Stadt Vetschau kauft die Flurstücke. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. An der Bedburger Straße in Vetschau könnte es irgendwann Grundstücke für den Eigenheimbau geben. Voraussetzung wäre allerdings, die Stadt ginge auf ein Kaufangebot ein, das ihr eine private Gesellschaft aus den alten Bundesländern gemacht hat. Hannelore Kuschy

Die nämlich hatte auf dem Wege einer Zwangsvollstreckung im vorigen Jahr den Zuschlag für insgesamt fünf Flurstücke seitlich der Thälmannstraße bekommen.

Im Juni dieses Jahres nun ließ die neue Eigentümerin wissen, dass sie die Nutzung der Bedburger Straße nicht mehr dulden werde. Und bot diese 1375 Quadratmeter große Straße der Stadt zum Kauf an. Mit anderen Worten könnte es künftig so kommen, dass die Bedburger Straße dicht gemacht wird - ohne Rücksicht auf die dort lebenden Vetschauer. Auf sie Rücksicht nehmend, hat die Stadt angeboten, die Straße wie im Erschließungsvertrag 1996 vereinbart, kostenlos zu übernehmen. An diesen Vertrag aber fühle sich die Gesellschaft, wie sie sagt, nicht mehr gebunden, weil durch die Zwangsversteigerung damals der Vertragspartner der Stadt als solcher nicht mehr existiere. Gäbe es aber eine kurzfristige Kauf-Entscheidung, würde die Gesellschaft alle fünf Flurstücke gemäß Verkehrsgutachtens verkaufen.

Doch das stößt nicht auf völlige Zustimmung. Während sich Stefan Schön (Bündnisgrüne) in dieser Situation nicht nötigen lassen würde, hat auch die Stadtverwaltung noch einiges dazu zu sagen. Denn für sie sind nur zwei Flurstücke als Bauland wirtschaftlich interessant. Zudem sei der Vorhaben- und Erschließungsplan Nr. 11 "Kleines Wohngebiet an der Ernst-Thälmann-Straße" nicht komplett umgesetzt worden. So fehlten bis heute beispielsweise Spielplätze, Parkflächen, ein Wendeplatz, Gehwege und Straßenbegleitgrün. Außerdem seien Neuanschlüsse für Wasser und Abwasser nötig. Vorbehaltlich des Beschlusses durch die Stadtverordnetenversammlung hat die Stadt ein Angebot zum Erwerb der Fächen unterbreitet. Nähere Angaben dazu werden nicht öffentlich diskutiert.

"Alternativ", so die Stadtverwaltung, "könnte sich die Stadt zur Umsetzung des Vorhaben- und Erschließungsvertrages verpflichten, die Bedburger Straße öffentlich zu widmen, so dass die Bebaubarkeit der Flurstücke 473 und 474 gewährleistet wird". Als Gegenleistung werde erwartet, dass die Gesellschaft die Straße an die Stadt überträgt. Darauf lässt sich die Gesellschaft offenbar nicht ein und unterbeitet drei Vorschläge. Erstens: Die Stadt kauft alle Flurstücke zum Festpreis. Zweitens: Die Stadt kauft die Straße, deren Herstellungskosten durch einen Gutachter ermittelt werden - der Kaufpreis. Drittens: Der Grundstückseigentümer sperrt das Grundstück, also die Straße. Die Öffentlichkeit wird darüber vorab informiert. Aus der Stadtverwaltung kommt mit Rücksicht auf die dortigen Bewohner der Vorschlag, der Variante eins zu folgen und alle Flurstücke zu kaufen. Zwei davon könnten als Eigenheimstandorte durch die Stadt wieder veräußert werden. Zwei Drittel der Gesamtkosten - die Rede ist von einer höheren fünfstelligen Summe - könnten mit dem Erlös refinanziert werden. Der Straßenkauf wäre nach Ansicht der Stadtverwaltung zudem sinnvoll im Hinblick auf künftige Bauvorhaben auf dem heutigen Rewe-Standort.