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| 02:43 Uhr

Baumernte im Göritzer Energiewald

Die Göritzer Agrar GmbH hat Pappeln geschnitten. Die Bäumchen werden gehäckselt und zu Pellets verarbeitet.
Die Göritzer Agrar GmbH hat Pappeln geschnitten. Die Bäumchen werden gehäckselt und zu Pellets verarbeitet. FOTO: Peter Becker/peb1
Göritz. Schneller als ein schneller Fußgänger arbeitet sich der Häcksler durch die Baumreihen, begleitet von einem Silofahrzeug. Die Szenerie stammt von einer Fläche der Göritzer Agrar GmbH.

"Wir ernten tatsächlich Bäume. Sie wurden wie klassische Kulturen angebaut, gepflegt und stehen nun zur Ernte", erzählt Geschäftsführer Thomas Goebel.

Eigentlich sind es eher Bäumchen. Sie sind jetzt gerade vier bis fünf Jahre alt. Der Zeitpunkt für eine Ernte am Ende des Winters ist günstig. Noch sind keine größeren Frühjahrsarbeiten zu erledigen, noch haben die Pappeln nicht ausgetrieben. Und um Pappeln handelt es sich vorrangig, auf manchen Flächen werden auch Weiden und Robinien angebaut und geerntet. "Wir nutzen unsere weniger ertragreichen Flächen für den Anbau der genügsamen Pappel, auch hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen", erzählt Thomas Goebel.

Felix von Riess von der der Berliner Energy Crops GmbH, einer Vattenfall-Tochter, ist vor Ort und begleitet die Ernte: "Wir sind im Bereich der erneuerbaren Energie tätig und bauen in Kooperation mit den Landwirten sogenannte Kurzumtriebsplantagen auf rund 2000 Hektar an. Unsere Firma kümmert sich um die Pflanzung, Ernte und Rekultivierung."

Die GmbH beliefert ein Berliner Trockenmassekraftwerk mit einem jährlichen Bedarf von 45 000 Tonnen Holzschnitzel, die, zu Pellets verarbeitet, der Energieerzeugung dienen.

Idealerweise verfügen die Pappelwurzelstöcke über genügend Kraft, nach der Ernte erneut auszutreiben. Im Vierjahresrhythmus können dann bis zu zehn Meter hohe Bäumchen geerntet werden. Thomas Goebel ist froh, nach einer Zeit des Experimentierens ein relativ einfach zu handhabendes Erntegut gefunden zu haben. "Die Pappel ist genügsam, sie kommt mit dem Klimawandel und unserer ‚Brandenburger Streusandbüchse‘ gut zurecht. Nur im ersten Jahr nach der Ernte müssen wir das Unkraut entfernen, damit die jungen Triebe ungehindert wachsen können. Nun sind wir nicht nur Land- sondern auch Energiewirte", sagt sichtlich zufrieden der Geschäftsführer.