Von Rüdiger Hofmann

„Calauer Spielträume“ können ab sofort verwirklicht werden. So heißt die gleichnamige Kita, die in das ehemalige Bauamt in Calau in der Straße der Jugend 24 eingezogen ist. Dabei wurde das bestehende Verwaltungsgebäude umgebaut zu einer Kita, einem Hort und einer Bibliothek. Das Bauamt selbst befindet sich bereits seit einiger Zeit in der Parkstraße 4 - 7.

Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) hat am Freitag mit Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) das Haus der Begegnung 2 eingeweiht. Die Gesamtkosten betragen 2,42 Millionen Euro. Das Projekt wird mit Stadtumbaumitteln in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro aus den Teilprogrammen Aufwertung und Rückführung sozialer Infrastruktur unterstützt. Die Stadt steuert etwa 1,1 Millionen Euro aus dem Haushalt bei.

„Auch in Calau gibt es wieder mehr Kinder. Das ist erfreulich, stellt aber auch Anforderungen an den Ausbau der Infrastruktur. Die Stadt hat hier schnell reagiert“, sagt Kathrin Schneider. Neue Außenanlagen sind entstanden, außerdem gibt es jetzt einen barrierefreien Zugang.

„Es ist ein funktional stimmiges Objekt“, lobt Werner Suchner die farbenfrohe und moderne Einrichtung. Sie wurde in den vergangenen zwei Jahren umfassend saniert, auch unter dem Gesichtspunkt der geltenden Energieeffizienzstandards. Suchner verweist darauf, dass viele Arbeiten parallel gelaufen sind: Dachdeckertätigkeiten, Einbau des Wärmeverbundsystems, Maler und Fußbodenarbeiten, später folgte die neue Innenausstattung. „Im März 2019 konnten wir bereits die Bibliothek freigeben“, so die Stadtspitze. Sie befindet sich im Erdgeschoss.

Zukünftig stehen 43 Kitaplätze und 60 Hortplätze zur Verfügung. Elf Erzieherinnen und eine Azubine werden sich nun um das Wohl der Kleinen kümmern, die ab August ihre neuen Räumlichkeiten in Beschlag nehmen dürfen. Aktuell sind Schließzeiten. „Wir wollen nun noch einen Schriftzug an die Außenfassade anbringen“, sagt Suchner. „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Der Spruch stammt aus der Erzählung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry „Der kleine Prinz“.

Die Bepflanzung der Außenanlagen steht für Herbst auf dem Programm. Einrichtungsleiterin Angela Tischer bezeichnet das Gebäude als „ein Haus voller Leben, in dem gelacht und gespielt wird, und in dem die Kinder auf das Leben vorbereitet werden.“ In Zeiten der Digitalisierung sollen die Kinder aber nicht zu passiven Empfängern gemacht, sondern aktiv integriert werden.

Die barrierefreie und energetische Sanierung des Hauses 1 (Seniorenbegegnungsstätte und Außenstelle der Kita „Kunterbunt“) ist als nächstes geplant. Damit steht dann ein Haus für mehrere Generationen zur Verfügung, wovon sowohl die Kinder als auch die älteren Menschen profitieren werden.

Calau wird seit 1991 bei der Stadtentwicklung und Stadterneuerung unterstützt. Insgesamt wurden bisher mehr als 16 Millionen Euro bereitgestellt. 2019 wurden 618 000 Euro an Bundes- und Landesmitteln bewilligt, wovon 450 000 Euro für die Aufwertung und 168 000 Euro für den Rückbau vorgesehen sind. Im Rahmen der Wohnraumförderung wurden 24,9 Millionen Euro für 1100 Wohnungen bereitgestellt.