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Bauern können Pollenplage nichts entgegensetzen

Bronkow. (dpr) Landwirte in der Region können vor der hochallergenen Ambrosia offenbar nur kapitulieren. So zumindest klang die Beschreibung der Situation kürzlich bei einer Vorstandssitzung des Bauernverbandes Südbrandenburg in Bronkow. Daniel Preikschat

Dort sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Goebel von der Göritzer Agrar GmbH nahe Vetschau, die Vorkommen seien noch nie so massiv gewesen.

Wie Goebel gegenüber Staatssekretärin Carolin Schilde, die zu der Sitzung eingeladen worden war, weiter ausführte, trete Ambrosia an Stellen auf, wo sie in den Vorjahren noch nie aufgetreten sei. Gerade auch entlang von Straßenrändern falle ihm das gefährliche hochallergene Unkraut auf. Offenbar werden die Pollen auch durch den Autoverkehr weiter getragen.

Diese Einschätzung teilte in Bronkow auch Reinhard Mich vom Gemüsebaubetrieb Spreewald in Klein Radden bei Lübbenau. Gerade auf Gemeindestraßen tue sich dieses Problem auf.

Carolin Schilde wies auf Absprachen mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen hin, Ambrosia am Straßenrand zu bekämpfen, die ihrer Einschätzung nach auch eingehalten werden. Soweit Gemeindestraßen von einer Pollenverbreitung durch den Autoverkehr betroffen sind, sollten sich Landwirte an die Bürgermeister oder an die Abgeordneten halten. Außerdem könnten Hinweise auf neue Ambrosia-Vorkommen auch mittels einer App mitgeteilt werden. Der Download findet sich unter der Adresse www.lfu.brandenburg.de/info/ambrosia_scout .

Laut einer Pressemitteilung des Landesamtes für Umwelt bietet die App allgemeine Informationen zur Ambrosia und darüber, warum sie bekämpft werden soll. Ein weiterer Menüpunkt vermittelt, wie Ambrosia von anderen Pflanzen unterschieden werden kann.

Weiter appelliert die Behörde, mitzuhelfen beim Kampf gegen den "gefährlichen Eindringling". Die Pollen der aus Nordamerika eingewanderten Pflanze können schwere Allergien, ja sogar Asthma auslösen und gefährden so die Gesundheit vieler Menschen. Leider könne sich die Pflanze leicht vermehren. In einer zentralen Datenbank an der Freien Universität Berlin werde ein Ambrosia-Atlas geführt, um die Bestände zunächst erfassen und später beseitigen zu können. Das Verbreitungspotenzial der Pflanze, sagte in Bronkow der Bauernverbandsvorsitzende Thomas Goebel, sei "riesig".