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| 02:32 Uhr

Bahnhofskauf auf der Radduscher Wunschliste

Das kleine Radduscher Bahnhofsgebäude ist durch den Tourismusverein Raddusch und Umgebung durch Fotos in den verbarrikadierten Fenstern und neue Farbanstriche verschönert worden. Es steht nun zum Verkauf. Wird zunächst die Stadt zugreifen?
Das kleine Radduscher Bahnhofsgebäude ist durch den Tourismusverein Raddusch und Umgebung durch Fotos in den verbarrikadierten Fenstern und neue Farbanstriche verschönert worden. Es steht nun zum Verkauf. Wird zunächst die Stadt zugreifen? FOTO: H. Kuschy
Raddusch. In drei Jahren wollen die Radduscher die Landes-Bewertungskommission erneut bei sich haben. Dann wollen sie wieder ein großes Stück auf dem Weg zum anerkannten Erholungsort gegangen sein. Bis dahin sollen weitere Ideen umgesetzt sein. Aber ohne Moos, so Ortsvorsteher Ulrich Lagemann, ist auch dort auf Dauer nichts los. Hannelore Kuschy

Mit ihren bescheidenen finanziellen Möglichkeiten haben die Radduscher gezeigt, dass manches möglich ist. Aber eben nicht alles. Hinweise des Landesfachbeirates, die er bei seinem Besuch im Mai 2011 den Radduschern ans Herz gelegt hatte, sind zu einem Plan geworden. Der soll Stück für Stück abgearbeitet werden.

Beispielsweise fehlt ein Fußweg zur Slawenburg - noch in diesem Monat soll gemeinsam mit der Stadt geprüft werden, ob ein Rundweg angelegt werden kann. Der Zustand des Bahnhofes macht Radduscher wie Touristen unzufrieden. Nach Auffassung des Ortsvorstehers könne nur ein Ankauf durch die Stadt die Verwahrlosung des Gebäudes verhindern. Mit Bildtafeln in den Fenstern, gestrichener Veranda und Blumenkästen haben die Radduscher schon für ein angenehmeres Äußeres gesorgt. Bänke und blühende Inseln bereichern inzwischen den Dorfplatz. An der Friedhofstraße soll Bauland ausgewiesen werden, damit sich unter anderem weiteres Gewerbe ansiedeln kann. Den Stadtverordneten liegen am 13. Juni entsprechende Beschlussentwürfe vor. Auch ein Gehweg soll an der Straße gebaut werden. Viele Erwartungen werden für mehr Erlebnisse in die Aufwertung des Slawenburg-Umfeldes und in der Burg selbst gesetzt. Als einen Glücksfall bezeichnet Ulrich Lagemann den Wiederaufbau der historischen Buschmühle durch einen privaten Investor. "Hoffentlich wird er nicht durch Behörden ausgebremst", sagt er.

Der Park am Kahnfährhafen, so ein weiterer Hinweise des Fachbeirats, sollte zu einem Ort der Erholung ausgebaut werden. In die neue Sport- und Kulturscheune ist jetzt durch zwei Tanzschulen mehr Leben eingezogen. Der Hofladen verbinde sein Angebot regionaler Produkte mit Veranstaltungen, die von vielen, auch Auswärtigen, gern angenommen werden, so Lagemann. An drei Tagen in der Woche öffnet die Heimatstube, und den historischen Lehrpfad sind im vorigen Jahr 500 Gäste mit Ortschronist Manfred Kliche gegangen.

Nach der Sommerpause werden die Radduscher eine Prioritätenliste der wichtigsten Vorhaben präsentieren.

Zum Thema:
Raddusch ist nach Missen und Laasow der größte Vetschauer Ortsteil. Ende 2011 lebten dort 684 Einwohner. Jedes Jahr werden in Raddusch durchschnittlich 30 000 Übernachtungen in Hotels und Ferienhäusern sowie Pensionen gezählt. Im Februar 2009 haben sich die Vetschauer Stadtverordneten entschieden, das Verfahren zur Zertifizierung Radduschs als Staatlich anerkannter Erholungsort einzuleiten.