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| 17:13 Uhr

Investition geglückt
Bahnhof Calau nun doch verkauft

Swen Rademacher (l.) und Steffen Haack haben den Bahnhof Calau käuflich erworben. Sie setzten sich bei der Nachsommer-Auktion des Auktionshauses Karhausen in Berlin gegen einen Mitbieter aus dem Spree-Neiße-Kreis durch. Die Stadt Calau hatte am Erwerb kein Interesse.
Swen Rademacher (l.) und Steffen Haack haben den Bahnhof Calau käuflich erworben. Sie setzten sich bei der Nachsommer-Auktion des Auktionshauses Karhausen in Berlin gegen einen Mitbieter aus dem Spree-Neiße-Kreis durch. Die Stadt Calau hatte am Erwerb kein Interesse. FOTO: privat
Calau. Unternehmer aus der Stadt erwerben das Objekt für 16 000 Euro und haben Gestaltungsideen. Von Rüdiger Hofmann

Er stand lange Zeit zum Verkauf, jedoch gab es bislang keine Interessenten. Versteigert werden sollte der Bahnhof Calau bereits Ende Juni durch das Auktionshaus Karhausen in Berlin. Eine Immobiliengesellschaft aus Nordrhein-Westfalen hatte das Objekt und Areal vor ein paar Jahren von der Deutschen Bahn erworben und zur Versteigerung angeboten.

Bei einer Nachsommer-Auktion haben sich nun doch zwei Käufer für den Bahnhof gefunden. Swen Rademacher und Steffen Haack investieren in Summe rund 16 000 Euro für das Objekt mit einer Nutzfläche von rund 750 Quadratmetern. Das geforderte Mindestgebot lag bei 14 000 Euro. „Es gab wohl noch einen Mitbewerber aus dem Spree-Neiße-Kreis“, sagt Swen Rademacher. Daher erhöhten er und Steffen Haack nochmal ihr Gebot, nun gehört der Bahnhof den beiden Unternehmern aus Calau. Vergangenen Freitag war Notartermin, jetzt ist der Akt auch rechtlich vollzogen.

„Wir sind durch den RUNDSCHAU-Artikel vom Juli aufmerksam geworden, dass sich immer noch kein Käufer gefunden hat“, sagt Swen Rademacher. Daraufhin wurden er und Haack aktiv. So gab es eine Vor-Ort-Besichtigung zwischen Rademacher und dem Auktionshaus vor ein paar Wochen am Bahnhof und die Übergabe von Standort-Exposés. „Wir wollten möglichst erreichen, dass der Bahnhof in den Händen ortsansässiger Bürger bleibt und mögliche Aktionen von Spekulanten verhindern“, so Rademacher. Und den Preis von 16 000 Euro empfand der 29-jährige Jungunternehmer, der im Bereich Heizung und Sanitär unterwegs ist (siehe Infobox), als verhältnismäßig bezahlbar.

Die Stadt selbst hatte sich bei der Auktion und beim Nachverkauf nicht beteiligt. „Der Chance zum preiswerten Erwerb der Immobilie würden erhebliche Kosten für deren Instandsetzung sowie die Umsetzung eines eventuell vorhandenen Nutzungskonzeptes gegenüber stehen“, hatte Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) die Entscheidung begründet. Eine Kooperation mit dem neuen Eigentümer hatte Suchner aber bereits vor einigen Wochen signalisiert.

Der Calauer Bahnhof liegt strategisch günstig: Er gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt nach Berlin, Leipzig, Cottbus, Senftenberg und Lübbenau. Früher waren neben den Diensträumen der Deutschen Bahn mit Kantine auch Wohnungen untergebracht. Seit Jahren aber steht das Bahnhofsgebäude – das eine gute Bausubstanz aufweist, jedoch sanierungsbedürftig ist – leer. Das wird sich laut Aussagen von Rademacher bald ändern. „Wir denken darüber nach, den Dachbereich für Ferienwohnungen oder Monteur-Unterkünfte auszubauen“, sagt Rademacher. Erste Gespräche mit einem Investor gäbe es laut seiner Aussage schon. Dieser will namentlich noch nicht genannt werden.

Als erstes soll aber das dringendste Problem beseitigt werden: fehlende Toiletten. „Wir werden auf jeden Fall ein behindertengerechtes WC einrichten, um die Zustände am Bahnhof für Reisende deutlich zu verbessern“, so der Unternehmer. Außerdem denkt er über ein Fitnessstudio nach. Ein großer Freund der Gastronomie ist Rademacher nicht, kann sich aber eine kleine Bar vor Ort schon vorstellen. „Wir werden das Areal wieder zum Leben erwecken“, macht Rademacher Hoffnung.