ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:53 Uhr

RUNDSCHAU-SERIE Ehrenamt im Oberspreewald-Lausitz-Kreis
Calauer Handballer mit Ehrgeiz und Emotionen

Sie zählen zu den Machern des Panda-Cups, der jährlich in Calau ausgetragen wird und an dem Kinder der vierten bis sechsten Klassen aus den Grundschulen Calau, Vetschau und Missen teilnehmen. Von links: Thomas Pakull, Kristina Weßnick, Sandra und Daniel Severin.
Sie zählen zu den Machern des Panda-Cups, der jährlich in Calau ausgetragen wird und an dem Kinder der vierten bis sechsten Klassen aus den Grundschulen Calau, Vetschau und Missen teilnehmen. Von links: Thomas Pakull, Kristina Weßnick, Sandra und Daniel Severin. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Ohne Ehrenamt wäre das Leben im Landkreis OSL nicht so bunt wie es ist. Für ihr Wirken wird verdienstvollen Bürgern regelmäßig gedankt. Doch wer sind diese engagierten Leute? Die RUNDSCHAU geht auf Personensuche. Von Uwe Hegewald

Leidenschaft, Emotionen, Ehrgeiz, Dynamik – was am zurückliegenden Freitag in der Sporthalle Calau zu erleben war, wird als Demonstration für den Handballsport in Erinnerung bleiben. Unter der Regie des Handballvereins (HV) Calau erfolgte die dritte Auflage des Panda-Cups, ein mehrstündiges Schüler-Handballturnier mit Teilnehmern aus den drei Grundschulen Calau, Vetschau und Missen (Stadt Vetschau). Dass dieses sportliche Aufeinandertreffen so viel Attraktivität und Format aufweist, ist mehreren Aspekten zuzuschreiben: Begeisterte Kinder, einem rund 30-köpfigen Helferstab und einer angemessenen finanziellen Zuwendung für den HV Calau. „Am zurückliegenden Tag des OSL-Ehrenamtes haben wir für unser Panda-Cup-Projekt einen Ehrenpreis erhalten, der mit 500 Euro dotiert war“, erzählt Kristina Weßnick.

2015 hatten sich die Physiotherapeutin und das Vereins-Vorstandsmitglied Thomas Pakull auf Arbeit Gedanken darüber gemacht, wie die Nachwuchsgewinnung für den Handballsport forciert werden könne. Die Idee des Panda-Cups war geboren. Bei Tobias Weßnick, Sandra und Daniel Severin fand das Duo sofort offene Ohren, sodass schon im Folgejahr 2016 der erste Panda-Cup seine Premiere erlebte. „Der Aufwand zur Durchführung des Turniers mit rund 280 Mädchen und Jungen ist schon erheblich. Aber die Begeisterung, die wir bei den Schülern wahrnehmen rechtfertigt den personellen Einsatz“, sagt Daniel Severin. Wie der Vereins-Kassenwart und Sprecher des Schülercups mitteilt, ist der „harte Kern“ bereits Stunden vor Turnierbeginn auf den Beinen. Zelte und Pavillons müssen aufgestellt, die Punkte für den Stationsbetrieb im Außenbereich eingerichtet und die Versorgung vorbereitet werden. Ein ausgeklügelter Plan sorgt dafür, dass die einzelnen Mannschaften zwischen ihren Spielen bei Laune gehalten werden. Stichwort Stationsbetrieb.

An mehreren Punkten können die Grundschüler der 4. bis 6. Klassen ihre Grundschnelligkeit, Schusskraft oder Zielgenauigkeit unter Beweis stellen. Daniel Severin, der mittwochs die Arbeitsgemeinschaft Handball leitet, nennt die Hauptziele des jährlich durchgeführten Turniers: „Interesse für den Handballsport wecken und Spieler-Nachwuchs für unseren Verein gewinnen.“ Thomas Pakull, der bereits bei Tura Marienhofe, dem OHV Aurich, Slavia Prag und Blau Weiß Marne Handball-Geschichte geschrieben hat, fügt ergänzend hinzu: „Gleichzeitig geht es uns darum, Spielfreude aber auch Respekt und Disziplin zu vermitteln oder was es heißt, in einer Mannschaft und in einem Verein zu spielen.“

Für das Calauer Projekt und den Leuten, die dahinter stehen, spricht ebenso die Ausrichtung der Siegerehrung. Alle Teilnehmer bekommen eine Goldmedaille, da sie mit ihrer Teilnahme quasi schon zu den Gewinnern zählen. Der Wanderpokal mit umarmenden Panda geht an die Siegerschule, sowie ein weiterer, kleiner Pokal, der für immer in der Bildungseinrichtung verbleibt. Dass der Pokalwettbewerb, bei dem das Vereins-Maskottchen „Panda-Bär“ Pate steht, regional wahrgenommen wird, belegen Anfragen von anderen Schulen. „Neben der Liliengrundschule Altdöbern und der Grundschule Luckau hat auch die Oberschule Calau Interesse signalisiert, in den Panda-Cup-Wettbewerb einzusteigen“, berichtet Kristina Weßnick.

Sie kennt sich übrigens mit dem perfekten Einstiegsalter für den Handballsport aus. „Am besten man legt seinen Kindern einen Handball direkt in die Wiege“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Auch mit dem Hintergrundwissen um eine solide Nachwuchsarbeit im Kinder- und Jugendbereich. „Als kleiner Verein haben wir inzwischen so viel Zulauf, dass uns bereits die Trainer knapp werden“, bekennt Daniel Severin und sendet einen Appell an die handballliebende Bevölkerung. „Eltern, Großeltern oder wer sich auch sonst vorstellen kann, eine Übungsleitertätigkeit zu übernehmen, soll sich beim Calauer Handballverein melden.“ Als direkte Ansprechpersonen gelten Kristina Weßnick und ihr Sohn Tobias, Thomas Pakull sowie Oliver Schiller, die das Jugendtrainer-Team bilden und gleichzeitig die Frauenmannschaft betreuen.

Verlustpunktfrei hat die Frauenmannschaft den Staffelsieg errungen und darf ab der kommenden Saison in der Brandenburg-Liga spielen. So auch die weibliche Jugend B, die Kreismeister geworden ist und sich nun höherklassigen Herausforderungen stellt. Bemerkenswert: Der Aufstieg in die Brandenburg-Liga gelang trotz hohen Spielerinnen-Anteils von Handballerinnen, die eigentlich noch für die jüngere Altersklasse C spielberechtigt sind.