| 02:32 Uhr

Bäckerei Koschmann ist insolvent

Auch das erst 2014 eröffnete Kaffeehaus in Vetschau ist zu.
Auch das erst 2014 eröffnete Kaffeehaus in Vetschau ist zu. FOTO: hk
Lübbenau. Wer dieser Tage die Internetseite der Spreewaldbäckerei Koschmann aus Lübbenau öffnet, stößt vor allem auf Stellenanzeigen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie des Schicksals, dass die Mitarbeiterinnen des Unternehmens gerade diese derzeit nötig haben. Jan Gloßmann

Die Bäckerei mit Filialen weit über Lübbenau hinaus hat Insolvenz angemeldet.

Das bestätigt die Insolvenzverwalterin, die Berliner Rechtsanwältin Elisabeth Eckert. "Der Betrieb in seiner gegenwärtigen Form ist eingestellt, die Arbeitsverhältnisse der zuletzt 29 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind gekündigt." Zu Details könne sie wegen des nicht öffentlichen Insolvenzverfahrens nichts sagen.

Inhaber Steffen Koschmann hatte noch im Herbst bei einem Besuch von Landrat Siegurd Heinze (parteilos) von Erweiterungsplänen bis nach Luckenwalde gesprochen. Schon damals aber hatte er zwei Filialen in Lübbenau aufgegeben, die unrentabel waren. In dem damaligen Gespräch war auch von bürokratischem Aufwand für ein kleines Unternehmen mit gut 40 Mitarbeitern die Rede, und vom Mindestlohn. Der aber, so Kosch mann im Herbst, sei nicht per se das Problem, sondern die Wünsche der anderen Angestellten, die Spanne zum besseren Lohn zu erhalten.

Steffen Koschmann, der auch Stadtverordneter in Lübbenau ist, war für Auskünfte nicht zu erreichen. In einigen der Läden gibt es Aushänge, denen zufolge das Geschäft "vorübergehend geschlossen" bleibe. Diese Hoffnung ist zunichte.