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| 14:33 Uhr

Freibäder
Badespaß trotz Zuschussgeschäft

Vetschau/ Calau. Viele Besucher in den Freibädern von Vetschau und Calau. Doch die Einnahmen reichen nicht. Von Stephan Meyer

30 Grad und keine Wolke am Himmel – was gibt es da Schöneres, als ein Sprung ins kühle Nass. Während andere unter der lang anhaltenden Hitze leiden, freuen sich die Kommunen über den regen Zuspruch ihrer Freibäder. Die Zwischenbilanz der Bäder in Vetschau und Calau fällt positiv aus.

„Wir haben jetzt schon 30 Prozent mehr Einnahmen, als im vorigen Jahr um die gleiche Zeit“, sagt Birgit Schmied, Leiterin des Vetschauer Sommerbads. Das Bad werde nicht nur von den Vetschauern geschätzt. An den unterschiedlichen Autokennzeichen auf dem Parkplatz kann sie ablesen, dass viele Touristen das Bad besuchen. Darüber hinaus viele Lübbenauer, die kein eigenständiges Freibad und keine offiziell freigegeben Badeseen haben. Vor allen Dingen wegen seines nostalgischen Charmes ist das Vetschauer Bad beliebt, sagt Birgit Schmied. Das 1927 eröffnete Freibad ist weitestgehend noch im Originalzustand. Die Waldnähe ist ebenfalls ein Pluspunkt.

Besuchermagnet im Calauer Erlebnisbad ist die Wasserrutsche. Eine Hortgruppe aus Luckau käme in den Ferien regelmäßig extra wegen der Rutsche nach Calau, so Badleiter Jörg Labes. „Wir haben aktuell rund 2000 Besucher mehr als 2017.“ Wenn es nach ihm geht, könnten aber ruhig noch mehr Gäste kommen. Neben den Calauern tummeln sich auch hier viele Lübbenauer und Touristen auf den Liegewiesen.

Kommunale Freibäder sind mittlerweile jedoch keine Selbstverständlichkeit mehr. Laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wurden 2017 bundesweit 175 Schwimmbäder geschlossen, darunter 62 Freibäder. Der Kostendruck ist für viele Kommunen einfach zu hoch. „Natürlich ist ein Freibad immer ein Zuschussgeschäft“, sagt Bengt Kanzler, Bürgermeister von Vetschau. Im vergangenen Jahr hat die Stadt mit dem Sommerbad 16 600 Euro eingenommen. Dem standen Ausgaben in Höhe von 127 100 Euro gegenüber. Die Stadt bezuschusste das Bad mit 110 000 Euro. Die niedrigen Einnahmen waren dem wechselhaften und zum Teil schlechten Wetter geschuldet. Doch mehr wie 20 000 Euro könnten nicht erwirtschaftet werden. „Mehr ist unrealistisch“, so Kanzler. Der Bürgermeister versichert aber, unter Vorbehalt ausreichender Mittel würden im Vetschauer Stadtparlament fraktionsübergreifend alle das Bad erhalten  wollen.

Ein ähnliches Szenario liegt in Calau vor. Auch hier decken die Einnahmen nicht die Ausgaben. Die Stadt bezuschusst ihr Erlebnisbad jährlich mit circa 100 000 Euro. Einen öffentlichen Fördertopf, von dem die Städte zur Erhaltung ihrer Bäder profitieren können, gibt es nicht. Laut Aussage des Calauer Pressesprechers Jan Hornhauer  stehe es außer Frage, ob die Stadt an ihrem Bad festhält. Es trage zur Attraktivität Calaus bei. Um auf ihr Bad aufmerksam zu machen, hat Calau 2009 das Stundenschwimmen als Marketingmaßnahme ins Leben gerufen. Ein Ereignis, an dem sich mittlerweile mehrere Städte, unter anderem auch Vetschau, beteiligt. Das Event werde gut angenommen, gerade wegen seines umfangreichen Rahmenprogramms.