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| 13:31 Uhr

Innovation
AWO Lübbenau verfügt nun über induktive Höranlage

Induktive Höranlagen (oder auch Ringschleifen und Induktionsspulen genannt) übertragen Sprache und Musik über ein elektromagnetisches Feld.
Induktive Höranlagen (oder auch Ringschleifen und Induktionsspulen genannt) übertragen Sprache und Musik über ein elektromagnetisches Feld. FOTO: AWO Lübbenau
Lübbenau/Calau. Menschen mit Hörbehinderung können wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Am Samstag Tag des Hörens in Calau. Von Rüdiger Hofmann

Die AWO Beratungsstelle in Lübbenau verfügt ab sofort über eine neue Ringschleifenanlage für Menschen mit Hörbehinderungen. Darüber informiert Jacqueline Weber, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des AWO Regionalverbandes Brandenburg Süd. „Dank einer Fördermittelzuwendung konnte in die neue Anlage investiert werden“, so Weber. Damit werde man nun am Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) teilnehmen. Unterstützt und gefördert wurde die Investition durch das BMVI und den Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Induktive Höranlagen – auch Ringschleifen oder Induktionsspulen genannt – übertragen Sprache und Musik über ein elektromagnetisches Feld. Hierzu wird innerhalb des Raumes ein Kabel verlegt, das an einen Verstärker angeschlossen ist. Sprechen die Teilnehmer in Mikrofone, werden die Sprachsignale in das Schleifenkabel übertragen. Innerhalb der Schleife entsteht ein elektromagnetisches Feld, das mittels einer Induktionsspule im Hörgerät oder in einem Cochlea-Implantat abgehört werden kann. „So können beispielsweise Wortbeiträge der Teilnehmer ohne Qualitätsverlust an das Ohr übertragen werden. Nebengeräusche und Raumakustik sind effektiv ausgeblendet“, teilt die AWO mit. „Solche technischen Hilfsmittel sind eine wichtige Voraussetzung, um Menschen mit Hörbehinderungen eine vollumfängliche Teilhabe am Leben in der Gesellschaft im Sinne der UN Behindertenrechtskonventionen zu ermöglichen“, so Jeanette Sidneb, Leiterin der AWO Beratungsstelle für Menschen mit Hörbehinderung.

Auch der Calauer Verein „Seelsorger der Ohren“ ist im Besitz einer Induktionsanlage (die LR berichtete). Diese soll am kommenden Samstag, 20. Oktober, zum „Tag des Hörens“ in der Stadthalle Calau, Lindenstraße 18, präsentiert werden. Um 10 Uhr geht es los, um 10.30 Uhr wird die Anlage erklärt und eingeweiht. Es wird Fachvorträge von Ärzten zur „Reha mit Cochlea Implantat“ geben, ebenso ein Referat der deutschen Rentenversicherung „Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben, stationäre Reha“. Dr. Weber, Fachanwalt für Sozialrecht, informiert über Zuzahlungen bei Hörgeräten, und der Integrationsfachdienst Cottbus spricht über Hörstörungen und ihre Auswirkungen im Berufsleben.