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| 01:08 Uhr

Autor liest über die „Bananenrepublik“

Senftenberg.. Er kritisiert das politische System der Bundesrepublik, hält die kapitalistische Ausrichtung Westdeutschlands vor 1990 und Gesamtdeutschlands nach der Wende für nicht demokratisch, fordert Veränderungen – und meint, dass diese auch umsetzbar sind. Sascha Klein


Klaus Seul, 76 Jahre alt, Diplomingenieur für Maschinenbau und nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt, liest am Montag im Senftenberger Ratskeller gleich zweimal aus seinem Buch „Bananenrepublik Deutschland“ .
Die Ansichten des Mannes, der für seine Arbeit im Bereich Rollstuhlsport ein Bundesverdienstkreuz bekam, sind gerade nach Einführung der Arbeitsmarktreform Hartz IV aktuell und plakativ. Seul hält die Steuerpolitik im Bund für ungerecht, rügt die „Geldgier vieler verantwortungsloser Kapitalisten, die den Staat ausbeuten“ . Für ihn ist klar: Auch die Gewerkschaften, Arbeitgeber und Politiker haben durch ihre Einkommenspolitik maßgeblichen Anteil an dem „Chaos“ , das für ihn in Deutschland herrscht.
Doch er geht noch weiter. Seul sieht vor allem die Regierenden in der Schuld: „Nur dem Unvermögen der Politiker ist die ungerechte Bewertung der Arbeitsleistung zu verdanken, die schuld an den vielen Arbeitslosen und armen Bürgern ist.“
Allerdings ist Seul kein Verfechter des Sozialismus, sondern will den einzelnen Bürger ganz direkt in die Gestaltung des Staates mit einbeziehen. In Senftenberg wird er erläutern, welche Form von Demokratie er sich für einen sozial gerechten und basisdemokratischen Staat vorstellt.
Die Lesung findet am 10. Januar um 16 und 19 Uhr im Ratskeller am Senftenberger Markt statt. Das Buch kostet am Veranstaltungstag vier Euro.