(peb) Die Bravo-Rufe im Foyer des Stadtschlosses galten erst einmal einer Elfjährigen: Luna Feucht-Laferte, eine Deutsch-Chilenin, spielte zur Eröffnung der Ausstellung auf dem Akkordeon.

Katja Sophia Wolf, eine ehemalige Berlinerin und heutige Großrä­schener Künstlerin, zeigte an diesem Abend ihre farbenfrohen Werke in den Gängen des Schlosses der Öffentlichkeit. „Wir alle sind von dem wunderschönen Ambiente hier überrascht worden. Spontan habe ich noch ein Hochzeitsbild an die Treppe zum Rittersaal gestellt, weil hier ja auch geheiratet wird“, sagte die Künstlerin in ihrer Ansprache.

Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler öffnete daraufhin spontan den Rittersaal für die Besucher aus Berlin und dem Umland. Doch das Hauptaugenmerk galt natürlich den Werken von Katja Sophia Wolf. Die Diplom-Soziologin hat im Laufe ihres Lebens die Malerei für sich entdeckt, ihre Werke wurden immer anspruchsvoller und aussagekräftiger. Ihr Metier sind die Farben, die nahezu alles dominieren, die Schlüsselmotive sind oft versteckt und laden zum Interpretieren ein. Auch die Namen der Werke sind eher blumig-verwoben, wie etwa „Mondhaus“, „Vertrauen“ oder „Drachinnengesang“.

Besucher Rolf Kuhn, in der Region durch die Internationale Bauaustellung (IBA) bekannt, war des Lobes voll: „Ich kenne Katja Sophia Wolf seit fast vier Jahrzehnten, schon aus meiner Weimarer Zeit. Zu ihrer soziologischen Ader gesellte sich immer mehr und immer erfolgreicher die künstlerische Ader mit seelisch tiefen Gedankengängen.“

Katja Sophia Wolf ist Jahrgang 1954 und steht kurz vor der Rente, doch noch ist sie voll im Berufsleben. Sie arbeitet für das IBA-Studierhaus in Großräschen. Ihre fachlichen Themen sind die Erlebbarmachung des Landschaftswandels. Sicher kommen bald die ruhigeren, aber nicht weniger schaffensreichen Jahre, in denen die Kunst einen großen Raum einnehmen wird. „Meine Bilder sind wie meine Kinder, die in die Welt gehen und mit den Menschen kommunizieren“, sagte sie zur Eröffnung der Vetschauer Ausstellung.

Bis zum 30. Juni ist die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen.