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Aus Getreideähren werden wieder kunstvolle Kronen

Im vergangenen Jahr konnten die jungen Landfrauen aus Luckaitz (Gemeinde Luckaitztal) den Wettbewerb für sich entscheiden. Wenige Wochen später wurden alle Frauen mit dem Bürgerpreis des Amtes Altdöbern ausgezeichnet. Das Team nimmt auch dieses Mal am Wettbewerb teil.
Im vergangenen Jahr konnten die jungen Landfrauen aus Luckaitz (Gemeinde Luckaitztal) den Wettbewerb für sich entscheiden. Wenige Wochen später wurden alle Frauen mit dem Bürgerpreis des Amtes Altdöbern ausgezeichnet. Das Team nimmt auch dieses Mal am Wettbewerb teil. FOTO: uhd
Raddusch. Jetzt ist es amtlich: nach Ablauf der Anmeldefrist weiß der veranstaltende Brandenburger Landfrauenverband (BLV), dass zum diesjährigen Wettbewerb um die schönste Erntekrone 16 Gruppen antreten werden."Wir richten den Wettbewerb seit 1994 aus. uhd

Ziel war es, mehr Aufmerksamkeit auf diesen altbewährten Brauch zu lenken", begründet Anja-Christin Faber. Wie die BLV-Geschäftsführerin gegenüber der RUNDSCHAU mitteilt, gehe es auch darum, den Menschen zu erklären, wo ihr Brot herkommt. "Es sind immer weniger Personen, die die vier heimischen Grundgetreidesorten Weizen, Roggen, Hafer und Gerste kennen." Im Idealfall sollten Erntekronen mit diesen vier Getreidesorten geschmückt sein, es sei aber kein Muss. "Erntekronen sind immer ein Spiegel der Ernte, die regional sehr unterschiedlich ausfallen kann. In diesem Jahr hatten unsere Frauen insbesondere in der Mitte und im Norden des Landes erhebliche Mühe, geeignetes Getreide zu finden", bemerkt Anja-Christin Faber. Der viele Regen habe die Ähren grau bis schwarz werden lassen, die eigentlich goldgelb strahlen sollen. Etwas besser sieht es im Süden des Landes Brandenburg aus, wo die Witterung etwas Nachsehen mit den Landwirten und Flechterinnen von Erntekronen hatte. Überhaupt erweist sich der OSL-Kreis und insbesondere die Gemeinde Luckaitztal (Amt Altdöbern) als kleine Hochburg. "Muckwar geht mit einer klassischen Krone sowie mit einem Kunstwerk an den Start, das Dorfkinder im Alter von sechs bis elf Jahren geflochten haben. Ebenfalls aus Luckaitztal mit dabei sind Schöllnitz und Luckaitz, die den Wettbewerb im vergangenen Jahr für sich entscheiden konnten", erinnert die BLV-Geschäftsführerin. Was die Luckaitzer Frauen zusätzlich auszeichnet: als Grundgerüst für die Erntekrone werden selbstgebogene Haselnuss-Ruten verwendet, wie historisch überliefert.

Neben einer Jury-Wertung sind auch die Besucher aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. "In der Regel liegen Jury- und Publikumswahl dicht beieinander, was für die Sachkenntnis der Wähler spricht", so Anja-Christin Faber. Ohnehin gäbe es nur Gewinner. "Jede Erntekrone ist ein Kunstwerk für sich", unterstreicht sie. Den drei schönsten Erntekronen steht im Anschluss eine weitere Reise bevor. Während die Siegerkrone ihren Platz im Brandenburger Landtagsgebäude findet, werden die Zweitplatzierte in der Staatskanzlei aufgestellt und die Drittplatzierte im Landwirtschaftsministerium. Dass die beliebtesten Objekte temporär einen würdigen Platz finden, sei auch ein Verdienst von Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). "Sie hat sich immer stark für eine Präsentation der edlen Erntekronen gemacht. Auf Bundesebene sind die ostdeutschen Länder inzwischen führend, was für die Qualität und Gefälligkeit der Erntekronen spricht", stellt Anja-Christin Faber klar.