ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:46 Uhr

Aus für die Schule

Calau.. In einer namentlichen Abstimmung positionierten sich die Calauer Stadtverordneten am Mittwochabend zur Auflösung der 2. Städtischen Grundschule. Zehn Abgeordnete stimmten für die Beschlussvorlage, sechs dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Damit wird die Schule zum 31. Juli 2003 schließen. Von Ingrid Hoberg

Heiß umstritten ist in den letzten Monaten der Schulstandort Calau. Am Mittwochabend fand in der Stadtverordnetenversammlung der vorläufig letzte Akt statt, in dem es um die Schließung der 2. Grundschule ging. Nach kontroversen Diskussionen im Bildungs- wie im Hauptausschuss (RUNDSCHAU berichtete) sollte eine Entscheidung herbeigeführt werden. Eine für Calau ungewöhnlich große Zahl von Einwohnern war diesmal zur öffentlichen Sitzung im Feuerwehrdepot erschienen.
Knut Jende (CDU) sprach sich für die Verwaltungsvorlage aus und verwies noch einmal auf den Rückgang der Geburtenzahlen. "In den Ausschüssen haben wir über mögliche Lösungen nachgedacht" , sagte er. Um die Schließung einer Schule komme Calau nicht herum, es müsse nun eine positive Schulentwicklung für die Stadt aufgezeigt werden. So müssten Investitionen für die Gesamtschule folgen. "Die Klassenräume in der 1. Grundschule sind nicht in Ordnung, für die Schüler zählt keine sanierte Fassade" , meinte Michael Schmidt (SPD). Fraktionskollege Klaus Westerberg sprach sich für das Schulzentrum mit 1. Grundschule, Turnhalle und Gesamtschule aus: "Die Vorzüge wiegen schwerer als die Nachteile." Werner Suchner (Bündnisgrüne) meldete Zweifel an, dass die drei Klassen aus der 2. Grundschule qualitativ gut untergebracht werden. Michael Petras (PDS) betonte, dass über drei Schulkörper gesprochen werden muss. "Schule hat mit Zukunft zu tun" , erklärte Paul Bertmaring (CDU).
Nach dem SPD-Antrag, namentlich abzustimmen, ergab sich: Mit Ja stimmten: P. Bertmaring, D. Garlich, R. Ihlow, K. Jende, E. Klohs, M. Kurth, N. Märkisch, H. Martin, T. Nischke, K. Westerberg (10); mit Nein stimmten: H. Borchardt, H.-J. Hanisch, W. Lehnert, M. Petras, M. Schmidt, W. Suchner (6). Der Stimme enthielten sich: M. Kossack, J. Stephan (2).
RUNDSCHAU ging zwei Fragen nach, die in der Sitzung nicht beantwortet wurden, wie Schulleiterin Ingrid Jacob anmahnte: 1. Wie gefordert, werden die drei Klassen der 2. Grundschule im Klassenverband an der 1. Grundschule untergebracht. 2. Maximale Bedingungen gibt es für eine körperbehinderte Schülerin in der Integrationsklasse. Dies sichert Schulleiter Dietmar Kuhring zu. Die Mutter habe sich in der Schule umgesehen. Von Amtsleiterin Karin Dittfeld wurde bestätigt, dass die Betreuerin für die Schülerin weiter da ist.
Hintergrund Einwohnerfragestunde
 Zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung unter Punkt 4 stand die Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung. Satzungsgemäß können an dieser Stelle Bürger an die Verwaltung oder die Abgeordneten Fragen richten bzw. Hinweise geben. Am Mittwochabend nutzte keiner der anwesenden Einwohner dieses Rederecht.