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| 18:21 Uhr

Fünfte Jahreszeit
Novemberblues? Karneval!

Schwingen bald wieder das Tanzbein: Karnevalsvereine aus dem ganzen Spreewald nehmen traditionell am 11.11. Stadtschlüssel und -kassen in Empfang. In den Rahmenprogrammen dürfen Tanzeinlagen  wie hier vom Lübbenauer Karneval Club natürlich nicht fehlen.
Schwingen bald wieder das Tanzbein: Karnevalsvereine aus dem ganzen Spreewald nehmen traditionell am 11.11. Stadtschlüssel und -kassen in Empfang. In den Rahmenprogrammen dürfen Tanzeinlagen wie hier vom Lübbenauer Karneval Club natürlich nicht fehlen. FOTO: Amt Lübbenau
Spreewald. Kaum ein Stadtoberhaupt ist vor ihnen sicher: Am Wochenende stürmen die Narren die Rathäuser und bringen so manches royale Paar an die Macht. Von Liesa Hellmann

Die ersten „Lübbenau - Helau“-Rufe erschallen bereits am Abend des 10. November. Dann feiert der Lübbenauer Karneval Club im Kolosseum in die fünfte Jahreszeit rein. Einlass ist ab 19 Uhr, los geht es um 20.11 Uhr. Traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr wollen die Karnevalisten die Stadtkasse plündern und Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) den Stadtschlüssel entwenden. Das Motto der diesjährigen Session wird beim Rahmenprogramm am Lübbenauer Rathaus verraten. Die Närrinnen und Narren vom LKC konzentrieren sich in diesem Jahr vor allem auf ihre Dekoration, politisch wird es in den Reden, im Programm eher nicht. „Wir wollen, dass die Leute vom Alltag abschalten, Spaß haben und in andere Rollen schlüpfen können“, sagt  Geschäftsführerin Luise Jank. Der Eintritt zur Schlüsselübergabe ist frei, Karten für die Eröffnungsparty am Samstag gibt es an der Abendkasse.

Dem Golßener Stadtoberhaupt Hartmut Laubisch (SPD) bleibt eine Rathausstürmung erspart. Im Gegenzug bringt er den Stadt­schlüssel zur Eröffnungsveranstaltung des Golßener Carneval Clubs am Samstag, 10. November, um 19.30 Uhr mit. Dann werden auch das Motto verkündet und das Geheimnis um die neuen karnevalistischen Hoheiten gelüftet. So viel kann Steffen Glombitza, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins kümmert, aber schon verraten: „In dem zweistündigen Programm wird unter anderem das Thema Datenschutz eine Rolle spielen.“ Der Schweinehirt, eine feste Figur des Golßener Karnevals, wird wieder die Kommunalpolitik auf die Schippe nehmen. Eine Zeitreise gehört auch zum Programm: Glombitza freut sich besonders auf die Abschlussszene mit Mode und Musik der zurückliegenden 50 Jahre. Das gleiche Programm wird am 11. November ab 14.30 Uhr beim Seniorenkarneval gezeigt. Beide Veranstaltungen finden im „Treffpunkt bei Aldin“ statt, es gibt noch Restkarten, kündigt der Verein an.

Beim Calauer Carneval Club ist das Motto schon bekannt: „Sitzt der Bauer auf dem Mist, in Calau wieder Karneval ist!“ Programm, Dekoration und Verkleidungen sind bei der Abendveranstaltung am 17. November in der Calauer Stadthalle also auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Wie immer sind auch die Gäste gefragt: „Wir hoffen, dass das Publikum sich themenentsprechend kostümiert“, sagt Detlef Schneider, Mitglied im Calauer Elferrat. Aufwand lohnt sich: Die besten Kostüme werden prämiert, Hauptpreis sind zwei Freikarten für die nächste Veranstaltung. Einlass ist um 18.30 Uhr, Karten sind noch zu haben. Eine Woche zuvor, am 11.11. um 11.11 Uhr, wird auf dem Marktplatz der Calauer Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) entmachtet und mit allen Gruppen des Vereins eine „konstituierende Sitzung“ abgehalten. Ein weiterer Höhepunkt wird die Krönung des Prinzenpaares.

Über ihr royales Paar werden die Straupitzer Karnevalsfreunde noch bis Ende November im Unklaren gelassen. Dafür lädt der Straupitzer Fastnachtsverein ebenfalls am 11. November um 10.30 Uhr ins Café „Genuss“. Von dort zieht ein  Trupp bunter Närrinnen und Narren los, um das Straupitzer Stadtoberhaupt André Urspruch zum traditionellen Rededuell herauszufordern. Vorstandsmitglied Manuel Pape ist bereits siegesgewiss: „Wir Narren werden die Regentschaft bis Aschermittwoch führen!“ Ein Abendprogramm ist nicht geplant, dafür steht am 17. November ein großer „Herbstputz“ auf dem Festplatz in der Laasower Straße an. Wer den Verein beim Laub harken, Bäume beschneiden und weiteren Verschönerungsmaßnahmen unterstützen möchte, ist ab 9.30 Uhr willkommen. Zu diesem Termin kann das Kostüm getrost zu Hause gelassen werden, selbst die Straupitzer Karnevalisten ziehen Arbeitskleidung vor.

Gleich mehrfach Gelegenheit, sich flippig in Schale zu werfen, haben die Fans des Neupetershainer Carnval Clubs. „Der NCC feiert ohne Pause die große 90er-Jahre-Sause!“ lautet das Motto der Session. Ob zum Seniorenkarneval am 16. November um 17.30 Uhr oder zur Hauptveranstaltung am 17. November um 19.11 Uhr – bauchfreie Tops, Plateauschuhe, Schnullerketten und weitere modische Ver(w)irrungen dürften Einzug ins „KFZ Neupetershain“ finden. Auch das Programm mit allen Gruppen des Vereins dreht sich rund um das Neue-Deutsche-Welle-Jahrzehnt. Für den Seniorenkarneval ist keine Reservierung erforderlich, für die Hauptveranstaltung gibt es noch Karten. „Zur Not finden sich auch immer noch Stehplätze“, verspricht der Präsident des Vereins, Dan Jägel. Zur Schlüsselübergabe am 11. November um 11.11 Uhr mit Bürgermeisterin Marita Theile („JA“ Neupetershain) am Rat der Gemeinde führen die Karnevalisten ihre herkömmlichen Vereinskostüme vor.

Faschingsfreunde aus Vetschau und Umgebung sollten sich am 11. November nicht erst zur karnevalistischen Stunde um 11.11 Uhr auf dem Vetschauer Marktplatz einfinden. „Dann verpassen sie das halbe Programm“, warnt Erika Netzeband, Vorstandsmitglied beim Koßwiger Karnevalsclub. Die Veranstaltung startet nämlich bereits um 10.45 Uhr. Die Tanzgarde des Vereins tritt auf, und auch die den Fans aus den Vorjahren schon bekannte Polonaise ist fest eingeplant. Stadtoberhaupt Bengt Kanzler (parteilos) wird sich um 11.11 Uhr vom  Rathausschlüssel und der Geldkassette trennen müssen. Auch die eine oder andere Spitze darf er wohl erwarten, wenn das Koßwiger Original Lisbeth die Lokalpolitik auf die Schippe nimmt.

Zu der öffentlichen Veranstaltung sind Narrenfreunde jedes Alter und „alle, die Spaß am Karneval haben“, eingeladen, versichert Närrin Erika Netzeband.

Auch der Luckauer Carnevals Verein plant die temporäre Entmachtung des Stadtoberhaupts Gerald Lehmann (parteilos). Am 11. November um 11.11 Uhr muss der Bürgermeister den Rathausschlüssel auf dem Marktplatz in Luckau an das frisch gebackene Prinzenpaar übergeben. Wer die Hoheiten sind, wird erst am Sonntag verraten. „Bunte Feste brauchen bunte Gäste“, verkündet der Verein und will mit einem Stand zum Kinderschminken  und einer Auszeichnung für das schönste Kinderkostüm durch die Clowns Flip und Flop auch selbst dafür sorgen. Darüber hinaus wird die fünfte Jahreszeit in Luckau mit einem Spielmannszug sowie Auftritten der Garden und Tanzgruppen eingeläutet.