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| 16:43 Uhr

Oberspreewald-Lausitz
Aufnahmesoll: null - keine neuen Asylsuchenden für OSL

Der Landkreis verabschiedet sich wie hier in Brieske von Unterkünften für Asylbewerber.
Der Landkreis verabschiedet sich wie hier in Brieske von Unterkünften für Asylbewerber. FOTO: Landkreis OSL
Senftenberg/Calau. Zentrale Ausländerbehörde stellt dem Landkreis ein positives Zeugnis aus. OSL trennt sich von Unterbringungskapazitäten.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird in diesem Jahr keine weiteren Asylsuchenden aufnehmen. Die Zahl, die im krassen Gegensatz zu den Entwicklungen der vergangenen Jahre steht, geht aus der Übersicht zum Aufnahmesoll 2018 für das Land Brandenburg der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg (ZABH) hervor. „Diese wurde den Landkreisen und kreisfreien Städten nunmehr bekannt gegeben. OSL wird sich somit auch weiter konsequent von seinen Unterbringungskapazitäten trennen“, informierte Dezernent Alexander Erbert am Montagabend die Abgeordneten im Ausschuss für Gesundheit und Soziales.

Die Zahlen der Ausländerbehörde stellen der Kreisverwaltung ein positives Zeugnis aus. Demnach hat der Landkreis OSL mit seinem Unterbringungskonzept auch in 2017 sein Jahresaufnahmesoll erfüllen können. Er trägt daher keine verbleibende Aufnahmepflicht in das Jahr 2018. 

„Mit der neuen Planungszahl wird die Verwaltung ihr Konzept zur Unterbringung von Asylbewerben und Flüchtlingen nun weiter fortschreiben. Dieses sieht vor, sich auch weiterhin von Standorten und Unterbringungsmöglichkeiten zurückzuziehen“, sagte Kreissprecherin Sarah Werner.

Zuletzt verabschiedete sich der Landkreis 2017 nach kurzer Nutzung bereits vom Standort im ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Brieske. Die Gemeinschaftsunterkunft in der alten Förderschule in Kittlitz (Lübbenau) wurde ebenfalls leergezogen. Zudem erfolgen Anpassungen der Kapazitäten im Hinblick auf Wohnungen und Wohnverbünde. Die überarbeitete Konzeption soll bis zum Märzkreistag vorliegen.

Galt es zu Hochzeiten nach Beginn des Flüchtlingszuzugs vor vier Jahren teilweise weit über 1000 Personen im Jahr kurzfristig und meist ohne großen planerischen Vorlauf unterzubringen, so waren es in 2017 zuletzt nur noch 134 Personen, die dem Landkreis zugewiesen wurden. Damit wurde sogar das Ausgangsniveau von 2013 (261 Personen) unterschritten.

Mit aktuellem Stand leben im Landkreis OSL 3918 Menschen mit ausländischen Wurzeln, davon haben 1753 Personen einen Geflüchteten-Hintergrund. Der Ausländeranteil bei den Einwohnern des Landkreises Oberspreewald-Lausitz liegt bei etwa 3,4 Prozent und ist damit deutlich geringer als der bundesdeutsche Durchschnitt. Dieser lag 2017 laut Statistischem Bundesamt bei 22,5 Prozent. Aktuell befinden sich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz etwa 570 Personen im Leistungsbezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.