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| 15:39 Uhr

Blick auf die Deiche
Bisam-Aufkommen sinkt und Nutria-Schäden steigen

Der Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ mit Sitz in Raddusch. Hier wurde die landseitige Gewässerschau für die Region durchgeführt.
Der Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ mit Sitz in Raddusch. Hier wurde die landseitige Gewässerschau für die Region durchgeführt. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau/Vetschau/Lübbenau. Landseitige Gewässer- und Deichschau im Oberspreewald in Raddusch durchgeführt. Von Rüdiger Hofmann

Entschlammung, Krautung und Deichmahd bleiben die vorrangigen Aufgaben im Oberspreewald. Das wurde auf der landseitigen Gewässer- und Deichschau bekanntgegeben, die beim Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ im Vetschauer Ortsteil Raddusch am Donnerstag stattgefunden hat. Vertreter vom Landesamt für Umwelt, von der Oberförsterei, Unteren Wasserbehörde, der Stadt Lübbenau und dem OSL-Kreis sowie von Polizei und Katastrophenschutz erörterten aktuelle Probleme und Schwerpunkte in der Region.

Der Hochwasserschutz wird für das Gebiet Oberspreewald eher als sekundär betrachtet. Für andere Regionen wie beispielsweise an der Schwarzen Elster, an der Oder oder im Bereich der Elbe gilt diesbezüglich größerer Handlungsbedarf. „Grundsätzlich bleiben Ufersicherungsmaßnahmen aber wichtig“, sagt Gewässerschaubeauftragte Ramona Möbus vom Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“. Aktuell würden wieder die Deiche als landschaftspflegerische Maßnahme „abgeschleppt“. Wichtig dabei: Die jeweiligen Grundstücke der Anwohner müssen in ihrem Bestand gesichert werden, „doch das ist nicht nur Sache des Eigentümers, sondern auch des Landes“, appellieren die anwesenden Vertreter Richtung Potsdam.

Als positiv wird der Rückgang des Bisam-Aufkommens bewertet. „Dafür gab es einen Anstieg an Nutria-Schäden“, fasst Möbus zusammen. Aus Sicht von Michael Petschick, zuständig beim Landesamt für Umwelt für das Biosphärenreservat Spreewald, ist das Einlaufbauwerk Boblitz ein großes Problem. „Es ist nicht mehr funktionsfähig“, so Petschick. Hier müsse gehandelt werden.

„Wir sind generell zufrieden, was wir mit dem Verband gemeinsam realisiert haben“, lobt Ingo Materne vom Landesumweltamt die gute Zusammenarbeit. „Als Beispiel kann ich erwähnen, dass die Sturmschäden fast vollständig mit den aus 2017 zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln abgearbeitet wurden“, so Materne. Mit dem Ministerium wurde eine Prioritätenliste abgestimmt, in der Dinge wie die dritte Krautung, dritte Deichmahd und die Baumschauen mit partiellen Gewässerbereichsabsperrungen aufgelistet sind. Die Entschlammung des Südumfluters wird als eine der wichtigen Aufgaben genannt.

Der Wasserbeauftragte der Stadt Lübbenau plädiert künftig für eine bessere Kommunikation, beispielsweise wenn Wehre gesperrt werden. „Der Bürger taucht zuerst bei uns auf, und da wollen wir aussagefähig sein.“ Ingo Materne verweist auf die Internetseite des Landesamtes für Bauen und Verkehr. „Die Sperrung von Fließgewässern wird hier tagesaktuell geführt.“ Im Biosphärenreservat Spreewald ist eine Vielzahl von Fließen aus naturschutz-, verkehrs- oder wasserrechtlichen Gründen für den Schiffsverkehr gesperrt. Geplant ist bald auch wieder eine flussseitige Gewässerschau, wo die schiffbaren Verbindungen unter die Lupe genommen werden.