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| 02:43 Uhr

Auf zur Feuerwehr-Olympiade

Jona Marie Krüger ist eine der zwei jüngsten Teilnehmerinnen des Teams Brandenburg, das vom 9. bis 16. Juli an der CTIF-Olympiade in Villach (Österreich) teilnimmt. Regional ist die 15-jährige Gymnasiastin aus Zerkwitz keine Unbekannte, sie wusste auch schon beim Schusterjungenpokal in Calau das Publikum zu begeistern.
Jona Marie Krüger ist eine der zwei jüngsten Teilnehmerinnen des Teams Brandenburg, das vom 9. bis 16. Juli an der CTIF-Olympiade in Villach (Österreich) teilnimmt. Regional ist die 15-jährige Gymnasiastin aus Zerkwitz keine Unbekannte, sie wusste auch schon beim Schusterjungenpokal in Calau das Publikum zu begeistern. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Lübbenau. Vier junge Feuerwehr sportlerinnen aus dem Spreewald gehen beim CTIF-Wettkampf im österreichischen Villach an den Start. Uwe Hegewald / uhd1

Für Jona Marie Krüger ist das Schuljahr bereits beendet. Vom Schulleiter des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums erhielt die 15-Jährige eine vorzeitige Freistellung vom Unterricht. Der Grund: Die Feuerwehrsportlerin aus dem Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz zählt zum mehr als 20-köpfigen Team, das sich am Sonntag, 9. Juli, auf den Weg ins südösterreichische Kärnten macht. "In Villach findet die 16. CTIF-Feuerwehrolympiade statt. Es ist mein erster internationaler Wettbewerb überhaupt", erzählt Jona Krüger begeistert.

Seit ihrem siebenten Lebensjahr spurtet sie bei der Jugendfeuerwehr mit. Im Alter von zehn Jahren wagte sich das Mädchen erstmals mit Strahlrohr, Schlauch und Verteiler an einen 100-Meter-Hindernislauf. Eine entsprechende Wettkampfausrüstung, die unterm Weihnachtsbaum lag und ein intensives Gespräch mit Christian Petzold (Terpt/LDS) brachten die Sache dann ins Rollen. "Christian hat schon an Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften teilgenommen. Von diesem Erfahrungsschatz lässt sich zehren", ordnet die 15-Jährige die Zusammenarbeit mit ihrem Personal-Coach ein.

Darüber hinaus geht es zweimal wöchentlich zum Training nach Cottbus. Dass Jona Krüger überhaupt ins Team Brandenburg I berufen wurde, gleicht einem kleinen Wunder: Im Sommer 2016 war sie beim Deutschland-Cup im 100-Meter-Hindernislauf vom Balken gestürzt, was einen komplizierten Bruch des Fußes zur Folge hatte. "Bis in den Januar hinein galt striktes Trainingsverbot", erzählt sie. Doch die Zerkwitzerin biss sich durch, absolvierte Überstunden - wenn erforderlich auch auf der Dorfstraße vor dem Haus.

"Nach dem ersten Trainingslager im Februar wurden bei den Wettkampf-Disziplinen regelmäßig Zeiten gestoppt, um Entwicklungen festzustellen. Ohne nachweisbare Leistungssteigerung ist es nahezu aussichtslos, einen Platz in einem der beiden Brandenburger Teams zu bekommen", so Jona Krüger. Erfreulich: Mit Isabell Diebert (Team II) aus Schlepzig sowie den aus Gahlen (Stadt Vetschau) stammenden Lisa Kuhnert und Stefanie Weiß haben es drei weitere Spreewälderinnen in den Auswahlkader geschafft.

Antreten werden sie in den Disziplinen 100-Meter-Hindernis, Hakenleitersteigen, vier mal 100 Meter Feuerwehrstaffel sowie in der Königsdisziplin Löschangriff nass. Letztendlich entscheiden die Trainer, wer in welchem Wettbewerb an den Start geht und sich dort mit den großen Favoriten messen darf.

Jona Krüger weiß, welche Nationen bei der die CTIF-Feuerwehrolympiade den Ton angeben werden: "Die Teams aus Russland, Polen und Tschechien sind verdammt stark. Die trainieren mindestens fünfmal wöchentlich", so die Zerkwitzerin, die mit großer Vorfreude, aber auch einer gewissen Anspannung nach Villach reist.

Mutter Kristin, Vater Tino und Bruder Nils (10) sind stolz auf ihr sportliches Familienmitglied. "In der Mannschaft, zu der auch erfahrene Sportlerinnen zählen, herrscht ein familiäres Klima. Wir müssen uns keine Sorgen machen, hoffen nur, dass unsere Tochter und alle andere Wettkampfteilnehmer gesund zurückkehren", betont Kristin Krüger. Auch sie ist passionierte Feuerwehrsportlerin und läuft in einigen regionalen Mannschaften mit.

Am Mittwoch beginnen nach zwei vorangegangenen Trainingstagen die Wettkämpfe und das Daumendrücken. Eine Whats-App-Gruppe wurde gebildet, damit Familienmitglieder, Freunde und Klassenkameraden immer auf dem Laufenden bleiben und damit diese schnell mit neuesten Nachrichten aus der 60 000 Einwohner zählenden Stadt Villach gefüttert werden können.