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| 02:49 Uhr

Auf vier Pfoten flink durch Tunnel, über Wippen und Hürden

Carola Böldt, Vorsitzende des Hundesportvereins Lübbenau, ging mit ihrem Rüden Yari an den Start. Für den Briard, ein französischer Rasse- und Hirtenhund, war es die erste Teilnahme an einem solchen Agility-Turnier.
Carola Böldt, Vorsitzende des Hundesportvereins Lübbenau, ging mit ihrem Rüden Yari an den Start. Für den Briard, ein französischer Rasse- und Hirtenhund, war es die erste Teilnahme an einem solchen Agility-Turnier. FOTO: U. Hegewald/uhd1
Lübbenau. Agility nennt sich der Hundesport, der am Wochenende am Ortsrand von Klein Beuchow zu erleben war. Der Hundesportverein (HSV) Lübbenau hatte zum 13. Agility-Turnier gebeten. 120 Starter aus sechs Bundesländern und Polen folgten der Einladung, um sich einen der begehrten Spreewald-Cups zu sichern: putzige Keramikgurken. Uwe Hegewald/uhd1

Die etwas abseits gelegene Wettkampfbahn und das angrenzende Areal tragen oft zur frühzeitigen Anreise bei. "Wir können Camping-Möglichkeiten anbieten, was von entfernt wohnenden Hundefreunden schon freitags dankend angenommen wird", berichtet Carola Böldt von einem der Vorzüge um das jährlich ausgetragene Agility-Turnier.

Carola Böldt testet ihren Yari

Als Vereinsvorsitzende ließ sie es sich nicht nehmen, selbst mit zwei Hunden an den Start zu gehen, obwohl zumindest beim Rüden Yari nicht mit einer vorderen Platzierung zu rechnen war. "Er ist mit zweieinhalb Jahren noch sehr jung. Heute ging es nur darum, seine Turnierfähigkeit zu testen", begründet sie.

Es sei die erste Turnierteilnahme, die sich stark vom gewöhnlichen Alltagstraining abhebt, so Carola Böldt. Sie nennt "die vielen Zelte, fremden Hunde und Menschen, ständig neue Geräusche und Lautsprecher", die ihr Briard, ein französischer Rasse- und Hirtenhund, in diesem Umfang noch nicht erlebt habe.

Fundhündin Lilly dabei

Zu den insgesamt sieben HSV-Starter-Pärchen zählte auch Maritta Lossagk mit ihrer Hündin Lilly. Das genaue Alter ihres Lieblings kann sie jedoch nicht nennen: "Lilly ist eine Fundhündin, die ich übers Internet aus einem spanischen Tierheim bezogen habe", erzählt die Hundefreundin.

Was jedoch bewegt Tierfreunde, sich einen Hund von der iberischen Halbinsel nach Deutschland zu holen? "Mich faszinieren die Rassemerkmale. Während er hierzulande als Terrier-Mix ausgewiesen wird, sind Ratonero Bodeguero Andaluz in Spanien als eigenständige Rasse anerkannt. Übersetzt bedeutet der Name sinngemäß ,Andalusischer Weinkeller Rattenjäger'", so Maritta Lossagk. Seine Schnelligkeit, sein Fleiß, die Unerschrockenheit und die Wendigkeit prädestinieren die nur sieben bis acht Kilogramm schweren Hunde fürs Agility.

"Es gibt Rassen, die aufgrund ihrer Anatomie immer zum Favoritenkreis zu zählen sind. Charme bekommen Agility-Turniere aber erst durch eine große Vielfalt von teilnehmenden Rassen", betont Lübbenaus HSV-Chefin Carola Böldt. Und so sind es neben Border-Collies und Shelties auch Deutsche Schäferhunde, Labradore, Dalmatiner, Collies, andere Rassen und viele Mischlinge, die über Hürden springen, Balken und Wippen balancieren, durch Tunnel düsen oder einen Slalom durch einen Stangenwald absolvieren.

Sieg oder Niederlage

Die Zeit für das Durchlaufen des Parcours entscheidet über Sieg oder Niederlage. "Ich bin mit unserem Ergebnis sehr zufrieden", resümiert Maritta Lossagk, die mit ihrer Lilly in der Leistungsklasse A 1 (Einsteigerklasse) und der Größenklasse Medium an den Start ging. "Mitunter war es ziemlich mühsam, mit der nicht ausgebildeten Hündin ein gewisses Niveau zu erreichen. Es dauerte einige Zeit, ihr Vertrauen zu gewinnen. Lilly war oft ängstlich, keiner weiß, was sie in Spanien vor ihrer Rettung durch Tierschützer durchgemacht hat", so ihr Frauchen.

Inzwischen gibt es mit dem Rüden Juno einen zweiten "Bodeguero" im Hause der Calauer Familie. Zweimal wöchentlich fährt Maritta Lossagk mit ihren Hunden nach Lübbenau zum Training. Der Spaß, den Hund und Halter auf der Agility-Bahn haben, sei nur wenig zeitintensiver als "nur" Gassi gehen, so die Halterin, die ihre Schützlinge manchmal auch mit ins Büro nimmt.