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Auf der Kleinstorgel in Calau musiziert

Calau.. Die beiden Berliner Musiker Elke Schneider und Volker Jaeckel haben am Sonntag ein Konzert in der Calauer Stadtkirche gegeben und Kompositionen des Dresdner Organisten Gustav Merkel (1827-1885) vorgetragen. Das Publikum war begeistert. Uwe Hegewald


Das Können der beiden freiberuflichen Profi-Musiker ist erlebbar geworden, da das angekündigte „Collegium Cantorum“ ihr Konzert auf Grund einer Erkrankung kurzfristig absagen musste. Margret Schulze tröstete das Publikum mit einer gesunden Dosis Poesie und bemerkte, „dass dieses Konzert kein Ersatz, sondern vielmehr ein völlig anderes Musikerlebnis ist“ . Und die Kantorin sollte recht behalten.
Bei allem Respekt, was geschulte Organisten auf der Schuke-Orgel je auf den musikalischen Weg gebracht haben - die am Sonntagnachmittag erlebbare Klangvielfalt und Intensität, war bislang auf dem Calauer Instrument selten zu hören. Mit vier Beinen und 20 Fingern wirbelten Elke Schneider und Volker Jaekel mit einer Leidenschaft über Manual, Pedal und Tastatur, dass selbst die Dielung der Empore vibrierte. „Das ist ganz normal“ , winkte Elke Schneider ab, „der Organist muss nur beherzt und kraftvoll zu Werke gehen.“
Das Berliner Duo, das seit dem Jahr 1995 gemeinsam konzertiert, hat seine Perfektion während eines Musikstudiums erlangt und nach dem Staatsexamen durch den Besuch von Orgelmeisterkursen in Basel, Paris und Düsseldorf vervollkommnet.
Insbesondere die zeitgenössischen Kompositionen fanden beim Publikum Gefallen. So waren in der Stadtkirche unter anderem Werke von Bach jazzig aufgepeppt zu hören. „Eine flotte Musik, man muss staunen, welche Töne die Organisten aus unserer Calauer Orgel ,herausgeholt' haben“ , lobte Christel Schulze.
Für das Vortragen seiner Eigenkomposition, die „Ardez-Impressionen“ , griff Volker Jaekel zu einem selbst gebauten Portativ. Die tragbare Kleinstorgel ermöglichte einen musikalischen Ausflug in eine selten zu hörende Tonwelt. „Das Portativ ist eines der ältesten Tonwerkzeuge, dessen Anfänge bis 1000 Jahre zurückliegen“ , informierte der Berliner Organist. „Mit diesem Instrument sind wir oft bei Minnesängerveranstaltungen und -wettbewerben unterwegs“ , ergänzte Elke Schneider. Liebliche Vogelstimmen waren es, die Volker Jaekel seinem Portativ entlockte. Die Melodien schallten durch das altehrwürdige Calauer Kirchengewölbe. Von den Zuhörern konnte bei diesen frühlingshaften Klängen und Temperaturen kaum einer daran denken, dass am Tag zuvor der kalendarische Herbstanfang war.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt soll auch das nächste Konzert in der Calauer Stadtkirche am 22. Oktober werden. Der Männergesangverein „Germania 1890 Werchow“ sowie Eckhard Zeuch und Kantorin Margret Schulze an den Instrumenten versprechen einen humorvollen musikalischen Sonntagnachmittag.