ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:02 Uhr

Arme-Leute-Festtagsessen: Fisch in Spreewaldsoße

Traute Romke hat Fisch und Spreewaldsoße zubereitet.
Traute Romke hat Fisch und Spreewaldsoße zubereitet. FOTO: peb1
Leipe. Traute Romke lebt seit acht Jahrzehnten in Leipe. Im traditionsbewussten Haushalt der Eltern erlebte sie, wie es zu den Festtagen zuging. peb1

Die Familie lebte sehr bescheiden, Geld war knapp, die Familie groß. Dennoch wurde mehrmals im Jahr ein für ihre Verhältnisse ein durchaus üppiges Mahl zubereitet.

Anlässe gab es reichlich, fast zu häufig. Angefangen bei der Geburt über Hochzeit, Beerdigungsmahl bis hin zu den Fest- und Feiertagen wie Weihnachten, Neujahr und Ostern. Es bestand aus Fischen, dazu wurden Kartoffeln und manchmal Gemüse gereicht.

Die Fische wurden vorher in der Grobla gefangen und im Fischkasten oder bei Frost auf dem Eis aufbewahrt. Bei der Fischauswahl wählerisch zu sein, konnte sich niemand leisten. Dennoch war bei jedem Fischzug die Hoffnung groß, mal etwas Kapitales im Netz zu haben. Meist mussten sie sich mit Blei und Barsch, mit Döbel und Rotauge zufrieden geben. Gelegentlich waren viele Quappen in der Reuse, ein damals häufiger Fisch. Hecht, Zander und Karpfen waren die Ausnahmen.

Die Zutaten für das Gericht, das Gemüse, kam im Winter aus dem Kuhstall. "Da war es immer warm genug. Petersilie, Möhren, Pastinaken und anderes Wurzelgemüse wurden in einer Sandkiste aufbewahrt", erinnert sich Traute Romke. Noch heute kocht den "Fisch in Spreewaldsoße", genauso wie sie es auch vor Jahrzehnten schon als Köchin in der Dubkow-Mühle getan hatte.

Am Vortag werden die Fische gesäubert und kaltgestellt. Danach wird der Sud zubereitet: Piment, Salz, Lorbeer, Zwiebeln helles Bier und Malzbier zu gleichen Teilen kommen in einen Topf und werden 15 Minuten auf kleiner Flamme am Köcheln gehalten.

Am nächsten Tag nochmals kurz aufgekocht, die Fische hineingegeben und 30 Minuten ziehen gelassen. Danach werden die Fische entnommen, der Sud gesiebt. An Sud kommt Saure Sahne und etwas Schlagsahne. Nochmals kurz aufkochen und mit Mehl andicken. Die Fische kommen auf einen Teller, die Kartoffeln werden mit viel Petersilie bestreut und bleiben in einer Schüssel, die Soße kommt auf einen tiefen Teller. Darauf kommt noch zerlassene Butter. Das Gericht wird nur mit dem Löffel gegessen.