ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:53 Uhr

Benefizkonzert-Reihe
Architektonisches Kleinod soll erhalten bleiben

.Mit stehenden Ovationen sind „The Gregorian Voices“ vom Publikum verabschiedet worden. Am 21. April findet der Konzertreigen für die Erneuerung des Kirchendaches seine Fortsetzung. Dann gastieren „Die drei jungen Tenöre“. Die Kassettendecke der Kirche zählt zu den architektonischen Kleinods in der Region. Bis jetzt blieb dieses von den Schäden des maroden Daches verschont.
.Mit stehenden Ovationen sind „The Gregorian Voices“ vom Publikum verabschiedet worden. Am 21. April findet der Konzertreigen für die Erneuerung des Kirchendaches seine Fortsetzung. Dann gastieren „Die drei jungen Tenöre“. Die Kassettendecke der Kirche zählt zu den architektonischen Kleinods in der Region. Bis jetzt blieb dieses von den Schäden des maroden Daches verschont. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. „The Gregorian Voices“ leisten Beitrag für Altdöberner Kirchendach-Sanierung Von Uwe Hegewald

Für Gänsehautmomente sorgten „The Gregorian Voices“ (Gregorianische Stimmen) am Freitagabend in der evangelischen Kirche Altdöbern. Auf ihrer Deutschlandtour begeisterte das aus Bulgarien stammende Vokal-Oktett das Publikum mit ihrem Programm „Gregorianik meets Pop – Vom Mittelalter bis heute“. Konzerte wird es in diesem Jahr noch in Berlin, Frankfurt am Main, Schwerin, Gelsenkirchen oder Magdeburg geben wie auch am 28. April in der Kreuzkirche Cottbus.

Dass sich die acht außergewöhnlichen Solisten mit ihren authentischen Kutten gerade die Altdöberner Kirche ausgesucht haben, hat seinen Grund. „Aufgrund seiner Geschichte, Architektur und der besonderen Akustik genießt unsere Kirche überregionale, kulturelle Bedeutung“, hebt Lothar Nicht vom Gemeindekirchenrat hervor. „Chöre kommen besonders gern hierher“, pflichtet ihm Pfarrerin Dr. Astrid Schlüter bei. Bis zu 15 Veranstaltungen im Jahr verleihen dem Altdöberner Gotteshaus den inoffiziellen Titel einer Kultur- und Konzertkirche.

„Beim zurückliegenden Auftritt von Michael Hirte mussten wir den Ticketverkauf wegen der Nachfrage bereits im Vorverkauf abbrechen“, nennt Lothar Nicht ein Beispiel. Dass bei jedem Konzert ein paar Euro für die Kirchenkasse übrig bleiben, lässt er nicht unerwähnt. Die Mittel werden auch dringend benötigt, beabsichtigt die Kirchengemeinde doch die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Gotteshauses am 20. Januar 2021unter einem neu eingedeckten Kirchendach zu feiern.

Lothar Nicht erinnert an die umfassenden Sanierungen der Kirche, Mitte der 1980er Jahre unter Leitung von Pfarrer Udo Meckert. Allein für eine neue Dachhülle reichten die damaligen Mittel nicht aus. Der Zahn der Zeit nagt an den maroden Dachziegeln, die nach jedem Sturm beängstigende Blicke auf sich ziehen. Immer wieder müssen Dachdecker bestellt werden, um Schäden zu beseitigen. „Seit 2005 haben wir 21 800 Euro allein in Dachsanierungen gesteckt“, teilt Lothar Nicht mit. Baldiges Handeln ist gefragt, bevor Wassereinbruch den Dachstuhl angreift oder die einzigartige Kassettendecke in Mitleidenschaft zieht.

Diese besteht aus 176 Feldern mit unterschiedlichen Motiven, wo keines dem anderen gleicht. In einem Feld wird an den Brand des Vorgängerbaus, am 12. Mai 1914 erinnert. Mit seiner Kassettendecke stellt sich die Altdöberner Kirche auf eine Stufe mit berühmten Bauwerken, die vergleichbare Gewölbe-Kassettendecken aufweisen: Der Pariser Arc de Triomphe, der Dom von Pisa, das Pantheon in Rom, das Schweriner Schloss oder der Kinosaal im Cottbuser Weltspiegel.

Bevor Montag SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Roick zu einem Info-Gespräch in der Kirche erwartet wird, verschaffte sich CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier kürzlich einen Überblick über das Altdöberner Vorhaben. Wie sie vom Gemeindekirchenrat erfuhr, habe dieser zweckgebundene Rücklagen in Höhe von rund 100 000 Euro gebildet. Das entspricht etwa einem Drittel der erforderlichen Bausumme, die durch das Anzapfen von Fördertöpfen gedeckelt werden soll.

Bemerkenswert: Inzwischen bieten immer mehr Menschen ihre personelle Unterstützung an. So etwa das Altdöberner Mitglied der Heineken-Stiftung, Rainer Matthes (ehemaliges MdL Brandenburg), sowie die Elektro-Firmen Buchanelectric und Matthias Harting.