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| 02:41 Uhr

Arbeiten im Marmorsaal folgen

Diplom-Restauratorin Mechthild Noll-Minor führte Besucher durch das Schloss, um dort über die umfassenden Restaurierungsarbeiten zu informieren. Als große Herausforderung erwiesen sich die Arbeiten im Treppenaufgang.
Diplom-Restauratorin Mechthild Noll-Minor führte Besucher durch das Schloss, um dort über die umfassenden Restaurierungsarbeiten zu informieren. Als große Herausforderung erwiesen sich die Arbeiten im Treppenaufgang. FOTO: U. Hegewald/uhd1
Altdöbern. "Ortsgespräch Denkmalpflege" macht Station im Altdöberner Schloss und versetzt Fachpublikum ins Staunen. Denn das Erreichte ist beachtlich. Doch nach 21 Jahren Sanierung gibt es auch noch viel zu tun. Uwe Hegewald / uhd1

Wie umfassend, aufwendig und spektakulär sich mitunter Denkmalpflege gestaltet, ist am Mittwoch in Altdöbern erläutert worden. Die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG), eine Tochter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, öffnete Türen zu historischen Gebäuden, die zum Schlossensemble gehören, um über die seit 21 Jahren laufenden Aktivitäten an Objekten zu informieren.

Zu den Zuhörern zählten Denkmalpfleger, Mitarbeiter von Behörden sowie Fachleute der Architekten- und Ingenieurskammern Brandenburg und des Verbandes Beratender Ingenieure Berlin-Brandenburg. "Das Altdöberner Schloss- und Parkensemble war schon immer eine bedeutende Anlage", hob Jürgen Klemisch von der Brandenburgischen Schlösser GmbH hervor. Seit zwei Jahrzehnten ist er mit den Vorgängen am Kleinod der Gemeinde vertraut, das für ihn ein "bedrohtes Denkmalensemble" darstellt. Am Beispiel des maroden Kavalierhauses verwies Klemisch auf den noch zu stemmenden Restaurierungs- und Finanzierungsbedarf. "Bei der Orangerie haben wir gerade noch den Zeitpunkt gefunden, um diese zu retten", so der BSG-Prokurist.

Als wahre Herausforderung erwiesen sich die Arbeiten am Barockschloss, das erst einmal statisch ertüchtigt werden musste. Notsicherungen machten sich erforderlich, bevor der Feldzug gegen das Erbe aufgenommen werden konnte, das der Zahn der Zeit hinterlassen hat: Instabile Fundamente, Frost- und Wasserschäden, hochversalzene Pfeiler oder das nicht mehr tragende Geflecht aus Holzstämmen im Grund, das durch den Grundwasserwiederanstieg in Mitleidenschaft geraten war. "Beim Abnehmen der Wandvertäfelungen im Holländerzimmer kam Hausschwamm zum Vorschein", informierte Jürgen Klemisch. Dieser zog sich durch alle Etagen, konnte jedoch durch Ursachenbekämpfung und dauerhafte Austrocknung zurückgedrängt werden. "Schwebende Restauratoren" gab es im Schloss zu erleben, wenn Deckenputze bis auf die Malschichten abgetragen werden mussten.

Und auch das bekam das Fachpublikum mitgeteilt: Um zukünftig Temperaturschwankungen und eine damit verbundene Kondenswasser-Bildung zu verhindern, sind an einigen Innenwänden von Außenfassaden Heizgeflechte eingearbeitet worden, die sich im Bedarfsfall einschalten. So etwa in dem, von der Berliner Künstlerin Kerstin Heymann, gestalteten Watteau-Zimmer, im ersten Obergeschoss. Dort sollen in diesem Jahr, im Marmorsaal Arbeiten am historischen Stuck fortgesetzt werden, teilte Mechtild Noll-Minor mit. Seit 2003 begleitet die Diplom-Restauratorin des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum die Arbeiten am Altdöberner Schloss. Nach wie vor ist die Brandenburgische Schlösser GmbH auf der Suche nach Nutzern mit überzeugenden Konzepten, um auch die Arbeiten an anderer Stelle forcieren zu können. Seit 1996 befindet sich das Schloss im Eigentum der BSG, zu dem sich im Laufe der Jahre weitere schlossnahe Objekte hinzugesellten, die ebenfalls hohen Sanierungs-/Restaurierungsbedarf aufweisen. "Ich hoffe, dass wir für diese nicht noch einmal 20 Jahre benötigen", so Jürgen Klemisch gegenüber den Gästen. Nach dem Neuen Palais in Potsdam (April), dem Kloster Zinna (Juni) und dem Schloss Altdöbern (Juli), führt die letzte Station der "Ortsgespräche Denkmalpflege" am 11. Oktober in den Gebrüder-Heinrich-Stift nach Luckenwalde.