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| 18:06 Uhr

Hausaufgaben für Rathaus und Ingenieurbüro
Anwohner reden in Vetschau mit

Knapp 30 Anlieger ließen sich am Mittwoch im Vetschauer Bürgerhaus nicht nur über den Ausbauplan für die Schönebegker Straße informieren, sie fragten auch kritisch nach und machten Forderungen auf.
Knapp 30 Anlieger ließen sich am Mittwoch im Vetschauer Bürgerhaus nicht nur über den Ausbauplan für die Schönebegker Straße informieren, sie fragten auch kritisch nach und machten Forderungen auf. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Vetschau. Stadt stellt Planung für Schönebegker Straße vor — Beitragszahler melden Korrekturbedarf an. Von Daniel Preikschat

Keinen leichten Stand hatten am Mittwoch Abend im Vetschauer Bürgerhaus Vertreter aus dem Rathaus und aus dem Planungsbüro Beer in Cottbus. Sie sahen sich knapp 30 Anwohnern aus der Schönebegker Straße gegenüber, die kritisch auf die vorgestellte Planung für den Ausbau „ihrer“ Straße reagierten. Kein Wunder. Mit fünf Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche dürften die Bürger an den Ausbaukosten von voraussichtlich 585 000 Euro beteiligt werden, wie Sven Blümel ausgerechnet hat.

Der Bauamtsleiter der Stadt Vetschau und die drei Planer aus Cottbus warteten mit vielen weiteren Informationen auf. So soll die marode Straße mit den fast schrottreifen Leitungen im Boden auf einer Länge von 188 Metern, im Abschnitt zwischen Bebel- und Liebknechtstraße, 5,75 Meter breit grundhaft ausgebaut werden. Einseitig ist eine gepflasterte Mischverkehrsfläche mit Beleuchtung vorgesehen für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite schwebt den Planern ein schmaler Grünstreifen bis an die Grundstücksgrenzen vor. Zufahrten sollen mit gepflastert werden, so Planerin Sabine Beer. Der Abschnitt bis zur Jahnstraße hingegen darf wegen der nahe an der Fahrbahn stehenden Bäume nicht aufgerissen werden. Hier lässt der Auftraggeber WAC (Wasser- und Abwasserzweckverband Calau) die neue Schmutzwasserleitung unterirdisch verlegen und setzt dafür nur einige Schächte.

Die Stadt Vetschau klingt sich auf den ersten 188 Metern mit ein in das Projekt. Recht kurzfristig, wie Bauamtsleiter Sven Blümel und Bürgermeister Bengt Kanzler einräumten. Zwar wisse die Stadt schon länger vom WAC-Bauvorhaben. Erst seit einigen Wochen aber sei bekannt, dass die Straße im ersten Abschnitt so breit bis in drei Meter Tiefe geöffnet werden muss. Da biete es sich an, auch gleich eine neue Entwässerungsleitung mit zu verlegen und die Straße selbst zu sanieren, erklärte Blümel. Schließlich, so der Baumtsleiter weiter, sei die Entwässerung ein Riesenproblem. In der engen Straße, beidseitig weitgehend versiegelt, schwappt das Nass aus den Wolken immer wieder in die Zufahrten. Nun soll es über die Liebknechtstraße abgeleitet werden.

Wie Fragen und Hinweise der Anwohner zeigten, gibt es in der Schönebegker Straße aber noch weitere Probleme. So müssen aus Sicht der Anliegermeinschaft einige Bäume unbedingt gefällt werden. Passiere das nicht, hieß es, seien die Bürger nicht bereit ihren Ausbaubeitrag zu zahlen. Das ganze Projekt sei dann gefährdet. Allerdings konnten Blümel und Kanzler die Baumfällungen nicht garantieren. Dem müsse auch der Naturschutz zustimmen, der im Zuge des Genehmigungsverfahrens beteiligt wird. Die Anwohner jedoch wollten keine Ausflüchte hören und forderten, dass die Stadt sich entsprechend dafür einsetzt.

Andere Forderungen der Anlieger scheinen aus Sicht der Planer leichter realisierbar. Statt des geplanten Grün- wird nun wohl ein Kieselsteinstreifen verlegt, der möglichst schmal gehalten sein soll. Die Mischverkehrsfläche soll nicht gepflastert, sondern ebenfalls asphaltiert werden, was Rollstuhl- und Rollatornutzern entgegenkomme.

Nicht nachvollziehen konnte Bürgermeister Bengt Kanzler den Vorwurf, die Planung sei so weit fortgeschritten, dass betroffene Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Für eine Diskussion mit den Anliegern bedürfe es einer Vorplanung, um eine Gesprächsgrundlage zu haben. Eine teure Beleuchtung sei auch nicht eingeplant, sagte Sven Blümel auf Nachfrage, nur die Standorte für die Lichtmasten, die nicht enger stehen werden als nötig.

Recht zügig, so der Bauamtsleiter, sollen nun die nötigen Beschlüsse gefasst und die Stellungsnahmen eingeholt werden. Der erste Bauabschnitt bis zur Liebknechtstraße wird, so das Ziel, in diesem Jahr fertiggestellt, die Straße in voller Länger erst in den kommenden Jahren. Mit den Gebührenbescheiden sei erst in drei Jahren zu rechnen.

Im Abschnitt zwischen Bebel- und Liebknechtsraße wird die Schönebgker Straße in Vetschau noch in diesem Jahr zur Baustelle.
Im Abschnitt zwischen Bebel- und Liebknechtsraße wird die Schönebgker Straße in Vetschau noch in diesem Jahr zur Baustelle. FOTO: Daniel Preikschat / LR