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| 17:07 Uhr

Rege Bürgerbeteiligung
Anwohner korrigieren Ausbauplan

Zwischen Bebel- und Liebknechtsraße soll die Schönebgker Straße auf einer Breite von 6,35 Metern samt Mischverkehrsfläche ausgebaut werden.
Zwischen Bebel- und Liebknechtsraße soll die Schönebgker Straße auf einer Breite von 6,35 Metern samt Mischverkehrsfläche ausgebaut werden. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Vetschau. Asphalt statt Pflaster in der Schönebegker Straße in Vetschau, Fahrbahn wird breiter. Von Daniel Preikschat

Die Anwohner der Schönebegker Straße in Vetschau haben sich diese Woche im Wirtschaftsausschuss mit ihren kritischen Hinweisen durchgesetzt. Beim anstehenden Ausbau der Straße in dem Abschnitt zwischen Bebel- und Liebknechtstraße wird auf Pflaster für eine sogenannte Mischverkehrsfläche neben der Fahrbahn verzichtet. Die Bürger wollen Asphalt, und den sollen sie nun auch bekommen. Den dafür notwendigen Antrag stellte spontan Chris Mielchen (WGO). Ihm wurde ebenso zugestimmt wie im Anschluss der Beschlussvorlage für den Ausbau, die nun noch entsprechend geändert werden muss.

Pflaster hat aus Sicht der Bürger mehrere entscheidende Nachteile: Er ist lauter als Asphalt, wenn Autoreifen darüber rollen, es kann mit Rollstuhl oder Rollator holprig werden und außerdem wächst zwischen Pflastersteinen Unkraut. Dem Hinweis von Bauamtsleiter Sven Blümel, dass Pflaster bei Bedarf leichter wieder entfernt und erneut eingebaut werden kann als Asphalt, wurde kaum Beachtung geschenkt.

Planerin Sabine Beer aus Cottbus wird die Ausbauplanung nun entsprechend ändern. Es ist nicht das erste Mal. Aufgrund von Bürgerhinweisen wurden bereits Fahrbahn-, Bankett- und Mischverkehrsflächenbreite neu bemessen. „Die Fahrbahn hat jetzt die maximale Breite von 4,85 Meter.“ Dafür mussten das Bankett und die Mischverkehrsfläche, die von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden kann, etwas schmaler eingeplant werden.

Einer weiteren Anwohnerforderung indes lässt sich wohl nicht so leicht nachkommen. Geht es nach den Bürgern, könnte der Ausbau der Schönebegker Straße auf den 190 Metern in dem ersten Bauabschnitt zwischen Bebel- und Liebknechtstraße lieber heute als morgen beginnen. Zunächst jedoch, stellte am Montag im Wirtschaftsausschuss Bauamtsleiter Sven Blümel klar, müsse die Fördergeldfrage geklärt sein. Vorher könnten keine Aufträge ausgeschrieben werden. Laut der Beschlussvorlage kostet der Ausbau samt Planung 345 000 Euro. Wobei die Anwohner Beiträge zu entrichten haben und vor allem deshalb Mitspracherecht beanspruchen. Immerhin können sie künftig auch mit einer besseren Entwässerung der Straße rechnen. Denn sie soll unter der Rinne auch einen Kanal bekommen, das Regenwasser in die Liebknechtstraße, von dem Ableiter dort dann in die Karl-Marx-Straße abfließen.

Weiter als die Stadt Vetschau mit der Planung ist der Wasser- und Abwasserzweckverband Calau. Der WAC, so Planerin Sabine Beer, schreibt bereits Bauaufträge aus für den Einbau von Schmutzwasserkanal und Trinkwasserleitung. Allerdings zuerst für einen anderen Abschnitt der Schönebegker Straße, beginnend an den Bahngleisen. Wegen des angrenzenden Baumbestands wird die Straße nicht aufgerissen, sondern werden nur Kopflöcher gesetzt und die Leitungen unter der Fahrbahn durchgeschoben. Baustart soll Ende Oktober 2018, Fertigstellung Mitte 2019 sein.

Erst 2019 rechnet Sabine Beer auch mit dem Beginn des Ausbaus am anderen Ende der Schönbegker Straße zwischen Bebel- und Liebknechtstraße. Hier muss der WAC ohnehin seine Leitungen in offener Bauweise verlegen und dazu die Fahrbahn aufreißen. Den Straßenbau, so die Idee, könnten der WAC und die Stadt von daher gut gemeinsam bewerkstelligen.