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André macht den größten Fang

Glückspilz des Wochenendes war André Schneider. Er war nicht nur der bestes Fischer, sondern wurde auch Schützenkönig der Freiwilligen Feuerwehr Lehde. Auf dem Foto zeigt er Christopher Perschk seinen Fang.
Glückspilz des Wochenendes war André Schneider. Er war nicht nur der bestes Fischer, sondern wurde auch Schützenkönig der Freiwilligen Feuerwehr Lehde. Auf dem Foto zeigt er Christopher Perschk seinen Fang. FOTO: Peter Becker/peb1
Lübbenau. Vom 1. Oktober bis 11. November bieten zahlreiche Gasthäuser und touristische Anbieter in Lübbenau, Lübben und Burg innerhalb der Fischwochen Gelegenheit, dem Spreewälder Fisch auf besondere Weise zu begegnen. Erster Höhepunkt war die gestrige Versteigerung des Fanges in Lehde zugunsten des Lausitzer Spendenvereines "Wir helfen". Peter Becker / peb1

Rund hundert Besucher haben sich am Steg der Lehder Gaststätte Hirschwinkel eingefunden und auf die Ankunft der Fischer gewartet. Sechs Kähne mit 14 Fischer vom Verband der Spreewaldfischer Lübbenau und Umgebung e.V. hatten sich am frühen Morgen auf den Weg über die Fließe rings um Lübbenau gemacht.

"Ich sehe mich als Fischerin in Ausbildung", erzählte eine glückliche Christiane Ringl, die am frühen Sonntagmorgen mit Alexander Kneisel auf Beutezug ging. In deren Netz zappelten drei große Hechte und zehn große Schleien neben den obligatorischen Beifängen.

Am Nachmittag legten nacheinander die Kähne an, in deren Fischkästen mal mehr und mal weniger Fisch war. Als erster legte der Kahn mit Günter Brandt, Maik Hoffrichter und Carsten Domschke an. Die Fänge präsentierten die Artenvielfalt im Spreewald. Viele Hechte, darunter ein 87 Zentimeter langer, viele kapitale Schleien und natürlich auch jede Menge Weißfische waren darunter.

Fischer André Schneider hatte in seinem Kescher beim obligatorischen Wiegen insgesamt 31 Kilogramm Fisch - den größten Fang des Tages. Der größte Hecht und der größte Zander des Tages (60 Zentimeter) zählten auch zu seinem Fangergebnis.

Seine Fischerkollegen nahmen das staunend, aber irgendwie auch resignierend zur Kenntnis. "Es ist nun mal sein Wochenende", war zu hören, eine Anspielung auf seinen Titel "Schützenkönig der Freiwilligen Feuerwehr Lehde", den er am Vorabende errungen hatte. Auch die an der Fischwoche teilnehmenden Nachbarorte Lübben und Burg waren durch Fischerkollegen, wenn auch nur als Zuschauer, vertreten. Siegmund Lehmann aus Burg: "Da kommt schon etwas Neid auf! Wir fangen ja auch nicht schlecht, aber was die Lübbenauer heute hier zeigen, ist jeden Respekt wert."

Nachdem alle Fische in der großen Zinkbadewanne zappelten, die Waage und die Wir helfen - Box vor Ort war, ging es an die Versteigerung der Fische. Sabine Hein aus Lübben war die erste, die Scheine in die Box rascheln ließ. "Ich komme jedes Jahr hierher, so frischen Fisch bekommt man nirgends", erzählte sie, als sie Hechte und Weißfische entgegennahm. "Die Plötzen und Bleien bekommt man ja sonst nicht zu kaufen, Hecht schon mal eher", ergänzte sie noch. Hecht in Spreewaldsoße will sie daraus machen, "ganz klassisch".

Nach ihr nahm Anne Palisch die Gelegenheit zum Frischfischkauf vor. Die Urlauberfamilie aus Sachsen will den Hecht noch am gleichen Abend in ihrer Pension in der Pfanne braten. Innerhalb der nächsten Stunde war ein Großteil des Fanges an den Mann oder die Frau gegangen. Der größte Hecht und der größte Karpfen passten kaum in die Plastiktüte, die Nicole Lehnig nun zu tragen hatte. Sie will daraus Karpfen in Spreewaldsoße machen. Daniel Schmidgunst von der Lübbenauer Touristinformation: "Nach diesem Höhepunkt bieten wir am kommenden Samstag an Großen Hafen Lübbenau eine Fischerkahnfahrt an. Karl-Heinz Marschner wird den Gästen die grundlegenden Fangtechniken erklären, als Imbiss gibt es Fischbrötchen, natürlich nur mit Spreewaldfisch." Die Anspielung war durchaus gerechtfertigt, denn im Rahmen der Versteigerung musste eine Urlauberin enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass die Fischer keinen Kabeljau dabeihatten. Der Lehder Fischer Günter Brandt war angesichts der Frage etwas ratlos

Unter den Zuschauern ein Rostocker Urlauberpaar, in Sachen Fisch durchaus sachkundig. "Eine erstaunliche Artenvielfalt und solch große Hechte ringen große Achtung ab", erzählt Doris Kriemann, eine ehemalige Biologielehrerin.

Zum Abschluss der Versteigerung erschien Hofchefin Jeannette Starick und nahm je einen Schlei und einen Hecht mit - und löhnte mit 150 Euro in die Wir Helfen-Box. Insgesamt konnten 345 Euro ersteigert werden, die nun bedürftigen Familien zugutekommen werden.