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| 16:19 Uhr

Nach T-Shirt-Streit an Grund- und Oberschule Calau
An Calauer Schule kehrt Ruhe ein

Calau. Nach eskaliertem T-Shirt-Streit laufen Unterrichtsstunden zur Konfliktbewältigung gut an. Von Rüdiger Hofmann

Nach einem eskalierten T-Shirt-Streit Mitte September zwischen zwei Achtklässlerinnen an der Grund- und Oberschule Calau kehrt vor Ort Ruhe ein. Das bestätigen sowohl die Stadt als auch die Schulleitung auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Die Calauer CDU hatte das Thema – auch im Sinne besorgter Eltern – noch einmal aufgegriffen und dazu eine aktuelle Stunde im jüngsten Bildungs- und Sozialausschuss der Stadt beantragt. Rund 30 Bürger kamen am Dienstagabend in die Ausschusssitzung. Auf der Tagesordnung wurde der Punkt als „Information zu den Ereignissen um den T-Shirt-Streit“ aufgelistet. „Ich habe rückblickend über die Ereignisse vor den Herbstferien informiert und die besonderen Zuständigkeiten von Schule und Polizei hervorgehoben“, sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). „Die anberaumten Klassenleiterstunden am ersten Schultag nach den Ferien zum Thema Konfliktbewältigung waren sehr gut vorbereitet und wurden gut angenommen“, so das Stadtoberhaupt.

Die Direktorin der Grund- und Oberschule, Christiane Zeiger, bestätigt das: „Die ersten Schultage nach den Ferien sind völlig normal verlaufen.“ In den Seminaren sei erörtert worden, welche Rolle Cybermobbing spielen kann. Künftig sollen weitere Veranstaltungen zur Konfliktbewältigung durchgeführt werden.

Wie wichtig das Thema ist, wurde im Bildungsausschuss deutlich: Die Ausschuss-Vorsitzende Kathrin Dannenberg (Die Linke) wies darauf hin, dass Konfliktbewältigung gerade im Kinder- und Jugendalter ein Lernprozess sei, bei dem Schule, Eltern und Gesellschaft gemeinsam wirken müssen. „Konfliktbewältigung muss gewaltfrei sein. Dabei ist zu beachten: Gewalt fängt bereits mit der Sprache an“, so Dannenberg. Vermutungen, Verdächtigungen und Falschmeldungen würden Situationen verschärfen und verunsichern die Bürger. „Die Menschen sollten auf Informationen aus erster Hand vertrauen“, so Dannenberg.

Der Streit war über die sozialen Medien hochgeschaukelt worden, als sich Angehörige mit den Betroffenen solidarisierten. Es kam wegen einer Neiddebatte zwischen deutschen und asylsuchenden Schülerinnen zu Drohungen auch an der Schule, Handgreiflichkeiten und schließlich zu zwei Strafanzeigen gegen Verwandte des Mädchens, das das T-Shirt an dem besagten Tag getragen hat. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Wie es mit den Schülerinnen weiter geht, regelt das Schulamt. Da es sich um Minderjährige handelt, greift der Jugendschutz.

„Wichtig ist, verantwortungsvoll mit Zuständigkeiten und Kompetenzen umzugehen und nicht alles als wahr hinzunehmen, was in den sozialen Netzwerken geschrieben wird“, betont Werner Suchner. Nach den Informationen im Bildungsausschuss bestand die Möglichkeit, Fragen zum Thema zu stellen, wovon aber kein Gebrauch gemacht wurde. „Staatliches Schulamt, Schulleitung und Familie bleiben im Gespräch“, versichert Suchner.