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| 13:37 Uhr

Ausrisse erfolgreich
Ambrosiabekämpfung zeigt in Vetschau erste Erfolge

Unerwünscht! Der Ambrosia kann man nur Herr werden, wenn die ganze Pflanze regelmäßig ausgerissen wird.
Unerwünscht! Der Ambrosia kann man nur Herr werden, wenn die ganze Pflanze regelmäßig ausgerissen wird. FOTO: Rüdiger Hofmann
Vetschau. Seit mehreren Jahren beseitigen Bürgerinnen und Bürger in Vetschau mit Unterstützung der Stadt die hochallergene Ambrosiapflanze. In der Kernstadt sind inzwischen viele befallene Flächen ambrosiafrei oder die Bestände zumindest stark eingedämmt, so im Bürgerpark, den Grünflächen der Wohnungsunternehmen oder entlang von Radwegen.

Auch im Umfeld des Sommerbades haben sich die Ausreißaktionen gelohnt, sagt Winfried Böhmer, Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen im OSL-Kreistag. Hier engagiert sich besonders die Aktionsgruppe für ein ambrosiafreies Sommerbad. Inzwischen wird deren Arbeit unterstützt vom Bauhof, der Straßenmeisterei Calau, welche öfter die Bankette mäht, und den Landwirten, die die Ambrosia auf den angrenzenden Flächen zum Sommerbad bekämpfen. „Nur in Zusammenarbeit aller Flächeneigentümer konnte hier die Ausbreitung der Ambrosia gestoppt und inzwischen stark eingedämmt werden“, schätz Böhmer.

Die Beseitigung der Ambrosia ist so schwierig, da deren Samen über mehrere Jahre keimfähig sind und von Juni bis in den Herbst und auch im Folgejahr immer wieder Pflanzen aufgehen. Das Mähen befallener Flächen beseitigt die Pflanzen nicht. Tief am Stängel bilden sie sofort neue Triebe und Samen aus. Am wirkungsvollsten und nachhaltigsten sind das Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte und die Kontrolle der Flächen alle 14 Tage.

Dieses Jahr legen der von der Stadt eingestellte Ambrosiascout und zwei Flüchtlinge aus dem Iran ständig Hand an. Im privaten Bereich informieren sich viele Bürger über die Ambrosia und vernichten Pflanzen in ihren Haus- und Kleingärten, wo sie häufig mit Vogelfutter eingeschleppt wird.

Ganz anders zeigt sich die Situation außerhalb der Kernstadt von Vetschau. Insbesondere auf vielen Feldern, entlang von Straßen und auf LMBV-Flächen breitet sich die Ambrosia ungehindert aus. Hier müssen die Kommunen, der Kreis, das Land und sonstige Flächeneigentümer endlich handeln.

Spree-Neiße Umweltdezernent Olaf Lalk schätzt für seinen Kreis ein, „den Kampf gegen die Ambrosia haben wir in unserer Region verloren“. Aus dem Landkreis und angrenzenden Gebieten wird die Pflanze, deren Pollen bei empfindlichen Menschen starke allergische Reaktionen auslösen können, nicht mehr zu verdrängen sein.

Aus Sicht Lalks tue die Landesregierung zu wenig. So werde voraussichtlich erst im Oktober 2018 ein Ambrosia-Manager für Brandenburg eingestellt. Noch Anfang Juli hatte die Landesregierung mitgeteilt, die Koordinierungsstelle zur Ambrosiabekämpfung im August zu besetzen. Auch sonst habe Lalk ernüchternde Antworten erhalten. Das Landwirtschaftsministerium sehe sich nicht in der Pflicht, die Finanzierung der Ambosiabekämpfung zu übernehmen. Die Pflanze werde als nichtinvasive Art eingeschätzt, zitiert Lalk. Für ihre Beseitigung bleibt der Flächeneigentümer verantwortlich.