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| 17:22 Uhr

Ambrosia im Spreewald
Ambrosia-Aktivisten lassen Allergen nicht aus dem Auge

Vetschau. Vetschauer Aktionsgruppe will Innenstadt und Sommerbad-Umgebung auch künftig frei von Ambrosia halten.

() Gefährdet Ambrosia den Spreewaldtourismus? „Soweit sollte es nicht kommen, dass sich Touristen wegen des Allergierisikos vor dem Spreewald fürchten“, sagt Winfried Böhmer vom Nabu-Regionalverband Calau. Gemeinsam mit weiteren acht Ambrosia-Akiven hat er sich diese Frage zum Thema einer Diskussionsrunde gemacht. Und unsere Kinder? Wollen wir sie dem hochallergenen Potenzial der Ambrosia aussetzen? Diese Frage hat diese kleine aktive Gruppe besorgter Bürgerinnen und Bürger schon lange mit nein beantwortet.

Mitglieder der „Aktionsgruppe für ein ambrosiafreies Sommerbad“ in Vetschau bleiben an der Bekämpfung der Ambrosia in der Stadt auch im nächsten Jahr dran. Bei ihrer Zusammenkunft besprachen sie die zunehmende Ausbreitung der Pflanze um Vetschau und notwendige Maßnahmen gegen ihre Ausbreitung.

Vetschau führte einen Ambrosia-Ausreißtag durch. Ehrenamtliche und Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren im Umfeld des Sommerbades aktiv, informierten zur Ambrosia und rissen Pflanzen aus. Eine lobenswerte Aktion, die auch in den regionalen wie überregionalen Medien starke Beachtung fand.

Doch wie weiter? Die Mitglieder der Gruppe sind frustriert. Die öffentliche Unterstützung ist zu gering, das Problem wird klein geredet. Viel mehr Bürger müssten erreicht werden und vor allem die betroffenen Landwirte zur rechtzeitigen Bekämpfung gesetzlich verpflichtet sein. „Doch von einer Regelung in der Schweiz, nach der Melde- und Beseitigungspflicht besteht, sind wir weit entfernt“, resümiert Winfried Böhmer.

Ziel der Aktionsgruppe bleibt, dass wenigstens in der Innenstadt und die Flächen um das Sommerbad herum die Ambrosia ausgemerzt wird. Das gelinge jedoch nicht allein mit einer Aktion zum Ausreißtag, sind sich die Gruppenmitglieder einig. Dazu seien viele Einsätze erforderlich. Und, ganz wichtig, die Mitwirkung des Bauhofes, der Straßenmeistereien, der Landwirte, des ASB und der großen Wohnungsvermieter von Vetschau sowie möglichst vieler  Vetschauer.

Die befallenen Flächen haben unterschiedliche Eigentümer, die müssen gewonnen werden, um noch mehr als bisher zu tun. Befallene Flächen müssen mehrfach im Jahr bearbeitet werden. Die Aktivisten behalten besonders Flächen der Stadt im Auge, auf denen mit Bodentransporten Ambrosiasamen eingeschleppt wurden und reißen immer wieder keimende Pflanzen aus. So ist es gelungen, dass auf einigen Flächen wie im Bürgerpark keine Ambrosia mehr wächst.

Leider erfolge durch die Stadtverwaltung keine kontinuierliche Erfassung und Bekämpfung der Bestände, bedauert die Aktionsgruppe. Der Einsatz von Herbiziden in der Innenstadt sei künftig auszuschließen. Dieses Jahr seien keine Ambrosiascouts im Einsatz. Somit seien Bestände nur lückenhaft in den Ambrosiaatlas Berlin-Brandenburg eingepflegt.