ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

Ambrosia-Sorgen am Südgraben

Der mächtige Altdöberner Südgraben gilt als geduldeter Einschnitt in die Landschaft, um die Ortslage Altdöbern dauerhaft vor aufsteigendem Grundwasser zu schützen. Sorge bereitet Anwohnern der beiseite geschobene Mutterboden, auf dem sich die Ambrosia ausbreitet. Auf einer Seite des Dammes ist sie bereits entfernt worden.
Der mächtige Altdöberner Südgraben gilt als geduldeter Einschnitt in die Landschaft, um die Ortslage Altdöbern dauerhaft vor aufsteigendem Grundwasser zu schützen. Sorge bereitet Anwohnern der beiseite geschobene Mutterboden, auf dem sich die Ambrosia ausbreitet. Auf einer Seite des Dammes ist sie bereits entfernt worden. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Altdöbern. Als "gigantisches Bauwerk" stufen Schaulustige den Altdöberner Südgraben ein, sobald sie einen Blick in die Baustelle geworfen haben. Der Graben wird 3162 Meter lang und im Endausbau zwischen 19 und 53 Metern breit sein. Uwe Hegewald / uhd1

Am Grabenende ist das Bauwerk etwa zwölf Meter tief. Die gewaltigen Ausmaße sind nötig, um die Ortslage Altdöbern dauerhaft vor aufsteigendes Grundwasser zu schützen.

Nur in einigen Sonderfällen müssen durch den Bergbausanierer LMBV Einzelfalllösungen angewendet werden. Dass Anwohner derzeit Lärmbelästigungen durch die stetig rollende Lkw-Kipper-Flotte erdulden müssen, war abzusehen. Für das Aggregat, das zum Abpumpen von bereits eindringendem Grundwasser regelmäßig läuft, hätten sich Anwohner einen anderen Standort gewünscht. "Man kann nachts nicht bei offenem Fenster schlafen", beklagt Kerstin Fröhlke. Was den Anrainern weitaus mehr Sorge bereitet, ist der massive Ausbruch von Ambrosia entlang eines Mutterboden-Dammes. Die Erde wurde vor dem Grabenbau zur Wiederverwendung an die Seite geschoben. "Wenn die Erdmassen später in die Grabenböschungen eingearbeitet werden, haben wir hier eine riesige Am brosia-Plantage", mahnt Hartmut Rex.

Inzwischen haben sich besorgte Mitbürger zusammengeschlossen, um in dieser Sache nicht locker zu lassen. "Wenn erforderlich, initiieren wir eine Unterschriftensammlung. Gemeinde, Amts- und Kreisverwaltung sowie die LMBV sind aufgerufen, die Situation ernst zu nehmen und konsequente Schritte einzuleiten. Auch wenn sie den Ambrosia-Befall nicht verursacht haben", so Rex.

Wie Bürgermeister Peter Winzer (SPD) auf Anfrage mitteilt, sei die Problematik mit der Allergiepflanze auf der zurückliegenden Bauberatung angesprochen worden. Inzwischen ist der mit Ambrosia befallene Mutterboden-Damm vor der Blütenbildung gemäht worden. Dadurch soll eine Weiterverbreitung des Teufelszeugs entgegengewirkt werden. Für die Anrainer bedauerlich: Bisher haben sich die Mäharbeiten auf die sichtbare Seite und auf die Dammkrone konzentriert. Auf der ortsabgewandten Seite gedeiht die Allergiepflanze weiterhin prächtig. "Wir gehen davon aus, dass auch diese Flächen zeitnah gemäht werden", zeigt sich Hartmut Rex zuversichtlich. Für Kinder aus der Nachbarschaft gilt vorerst ein striktes Verbot, sich dem von Ambrosia befallenen Flächen zu nähern.