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| 08:37 Uhr

Am Gericht 13 oder SV-Sportplatz?

Am Gericht 13
Am Gericht 13 FOTO: Kuschy (LR-LBN-RED-602)
Calau. Eines von beiden könnte zur Freizeitstätte entwickelt werden. Entsprechende Anträge formulierten die Fraktionen der Calauer Stadtverordnetenversammlung. Die SPD, die Linke und die LW sehen den SV-Platz als die geeignete Stätte dafür. Hannelore Kuschy

Die CDU hält dagegen und plädiert für das denkmalgeschützte Haus Am Gericht 13. Jede Seite legt die für sie stichhaltigen Argumente vor.

Wenn es bei der Sitzung des heutigen Bau- und Finanzausschusses, im Hauptausschuss am 18. April und schließlich in der Stadtverordnetenversammlung, die am 26. April tagt, nur darum geht, der Stadt einen Prüfauftrag zu erteilen, geht es doch schon jetzt heiß her. Dem Dreiergespann von SPD, Linke und LW ist wichtig, das Sportstättenentwicklungskonzept von 2011 zu aktualisieren. Im Ergebnis soll das Gebiet des heutigen Sportplatzes zu einem Freizeitzentrum ausgebaut werden. Alle, die es später einmal nutzen, sollen ein Wörtchen mitreden. Vor noch knapp 26 Jahren, so ihre Argumente, hätten in Calau rund 10 000 Einwohner gelebt, es habe mehrere Kitas und Schulen gegeben. "Das erlaubte den Unterhalt eines Ferienzentrums, mehrerer Sportplätze für den Schul- und Vereinssport sowie Anlagen für die freiwillige Feuerwehr…", heißt es in der Begründung. 2030 werde mit nicht mehr als 6200 Einwohnern gerechnet. Die vorhandenen Anlagen müssten konzentriert werden. Allen Vereinen soll auf dem Platz eine Heimstatt gegeben werden, so Kathrin Dannenberg (Linke). Peter Schollbach (LW) sieht den Vorzug, dass sich der Platz gleich neben dem Freibad befinde und das eine gute Ergänzung zu einem Freizeitzentrum für alle sei.

Die Christdemokraten halten davon nichts und wollen stattdessen prüfen lassen, ob sich das derzeit leere Denkmal Am Gericht 13 nicht besser eignet für ein Begegnungshaus. Calau verfüge über keinen geeigneten Versammlungsraum. Das Haus an der Mühlenstraße, in dem sich der Jugendclub der Freien Jugendhilfe befinde, solle zudem 2019 verkauft werden. Da es sich bei dem denkmalgeschützten Haus um die frühere Mädchenschule handelt, eignet es sich nach Ansicht der CDU bestens für eine von ihr vorgeschlagene Nutzung. Indem Betriebskosten von derzeit 60 000 Euro für den Club in der Mühlenstraße eingespart würden, könnten Mittel für das Haus Am Gericht frei werden - so die Vorstellung. Während Gerd Kasprick und René Riewa (beide CDU) auf das bestehende Sportstättenentwicklungskonzept verweisen, das erst einmal auf den Prüfstand gehöre, um zu schauen, was noch umsetzbarbar sei, ist Mario Dannenberg (Linke) der Auffassung: "Damit sind wir jahrelang zu keinem Ergebnis gekommen." Peter Winzer, Freie Jugendhilfe, kann sich für das Haus Am Gericht begeistern: "Dann wären wir dort, wo die Kids wohnen."