"Die Vorhaben der LMBV sollten zuerst einem kleinen Kreis von Gemeindevertretern und Amtsverwaltung vorgestellt werden", begründet Bürgermeister Peter Winzer (SPD), warum das Thema in einer nichtöffentlichen Hauptausschusssitzung behandelt wurde. Wie LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber auf RUNDSCHAU-Anfrage mitteilt, werde im Zuge der Gefahrenabwehr gegen Grundwasserwiederanstieg auch der Verbindungsraben zwischen Michlenzteich und Salzteich ertüchtigt, um somit eine langfristige Abflussoptimierung zu erreichen.

Eine Genehmigung für die Entschlammung der beiden Teiche sei beim Landesumweltamt eingereicht, mit einem Baubeginn ist im zweiten Halbjahr 2016 rechnen - aller Wahrscheinlichkeit nach den Altdöberner Parksommerträumen, die immer am zweiten Augustwochenende stattfinden. Am Südgraben rollt die Baufahrzeug-Flotte bereits im Frühjahr an. "Der Bau des Südgrabens soll im April beginnen", informiert Uwe Steinhuber. Die Verwertung des Aushubs erfolge in der Sanierung des Ex-Tagebaus Greifenhain - zum Verfüllen von Geländetieflagen am westlichen Kippenfuß der Hochkippe Greifenhain, so der LMBV-Pressesprecher.

Gleichzeitig entkräftet er Bedenken von Anwohnern, die auf eine ehemalige Mülldeponie hinweisen und auf mögliche Gefährdungen. Die etwa 4500 Quadratmeter umfassende Deponie D143 "Müllkippe Altdöbern an der Kippe 49, neu" befindet sich angrenzend an die Tieflagenverfüllung, nordöstlich der Gemeinde Altdöbern, etwa 350 Meter östlich des Salzteiches im Randschlauch des ehemaligen Tagebaues Greifenhain. Die Deponie wurde bis Anfang der 1990er Jahre durch die Gemeinde Altdöbern für die Ablagerung von bergbaufremdem Abfällen und Reststoffen genutzt. Gelagert sind Hausbrand-Aschen, Hausmüll und hausmüllartige Abfälle, Bauschutt, Straßenaufbruch und gewerbliche Rückstände des nahegelegenen Gartenbaubetriebes. Uwe Steinhuber verweist auf ein Papier eines unabhängigen Ingenieurbüros aus den Jahren 1991/92. "Die Gefährdungsabschätzung kommt zu dem Urteil, dass von der Deponie keine Gefahr ausgeht", betont er. In Auswertung dieses Gutachtens wurde der Deponiestandort im Zeitraum 1995 und 1996 oberflächig von den Ablagerungen beräumt und abgedeckt. Mehr noch: Zur Beseitigung der Gefahren von möglichen Geländebrüchen soll zusätzlich eine Gelände-Aufhöhung der Tieflagen erfolgen. Dabei werde die Deponie teilweise überdeckt.

Spätestens seit den Überlegungen, Eisenhydroxid in den Altdöberner See einzubringen, weiß die LMBV, dass Sanierungs-Vorhaben im Raum Altdöbern kritisch beobachtet werden. Mit welcher Sorgfalt das Thema Altdöberner Südgraben angegangen wird, zeige sich an vielen Nebenbestimmungen aus dem Planfeststellungsbeschluss, sagte Uwe Steinhuber.