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| 02:32 Uhr

Alte Apotheke in Vetschau ist geheilt

Sie feiern das sanierte Denkmal Kirchstraße 7 in Vetschau: SPD-Landtagsabgeordneter Werner-Siegwart Schippel, Dr. Wolfgang Schönfelder, Leiter der Landesgeschäftsstelle des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen, Karsten Strüver, Vorstandsvorsitzender der Vetschauer Wohnungsgenossenschaft, Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) und Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos/v. l.).
Sie feiern das sanierte Denkmal Kirchstraße 7 in Vetschau: SPD-Landtagsabgeordneter Werner-Siegwart Schippel, Dr. Wolfgang Schönfelder, Leiter der Landesgeschäftsstelle des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen, Karsten Strüver, Vorstandsvorsitzender der Vetschauer Wohnungsgenossenschaft, Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) und Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos/v. l.). FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Die rund 800 000 Euro teure Sanierung des denkmalgeschützten Hauses Kirchstraße 7 in Vetschau ist der erfolgreiche Rettungsversuch für ein Haus, in dem einst Gesundheit verkauft wurde. Der Zustand der Alten Apotheke, im Jahr 1780 erbaut, sei noch im Frühjahr 2011 "besorgniserregend" gewesen, H. Kuschy

sagte Karsten Strüver, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft. Um so größer war am Mittwoch seine Freude über die Auszeichnung durch den Verband der Berlin-Bandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) mit dem Qualitätssiegel "Gewohnt gut - fit für die Zukunft".

Die ehemalige, aber inzwischen verstorbene Vetschauer Lehrerin Gerda Zickerick war die letzte Mieterin im unsanierten Haus. Karin Matczak zog als erste im Frühjahr 2012 in ihre schicke Wohnung, in der sie sich sofort sehr wohl fühlte.

In anderthalb Jahren Bauzeit entstanden vier Zwei-Raum-Wohnungen, von denen keine der anderen gleicht. Details im Inneren des Hauses wurden aufgearbeitet, die Fassade ist denkmalgerecht wieder hergestellt, und im Hof erinnern Grünanlagen nicht mehr an verfallene Nebengebäude und Gestrüpp. "Die Kostenschätzung war Schwerstarbeit, die Planung wurde zur Herausforderung", schätzte Karsten Strüver ein. Schließlich habe der Bau doch noch 100 000 Euro mehr gekostet als geplant. Seine Genossenschaft sei mit 270 000 Euro Eigenmitteln dabei gewesen, die Stadt steuerte 100 000 Euro bei. Bund und Land förderten mit rund 200 000 Euro. Beschäftigt waren nach Angaben Strüvers ausnahmslos Firmen aus der Region.

Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) entdeckte bei seinem Besuch viel Kreativität am Bau und schätzte ein: "Das war für Vetschau fünf vor zwölf". Verwunderlich sei dies nicht, wurden doch nach seiner Ansicht die kleinen Städte vor der Wende arg vernachlässigt. Seit der Wende, so fasste Bengt Kanzler zusammen, seien in die Altstadtsanierung rund acht Millionen Euro an Fördermitteln geflossen. Seine Hoffnung sei, dass auch das unansehnliche Drei-Mädel-Haus an der Kirchstraße bald aus seinem Dornröschenschlaf geholt werde.